
Wer eine neue Heizung plant, muss sich auf neue Regeln einstellen: Das Gebäudemodernisierungsgesetz löst das bisher geltende Gebäudeenergiegesetz ab, das oft auch Heizungsgesetz genannt wird. Öl- und Gasheizungen dürfen weiterhin eingebaut und betrieben werden, für neue Anlagen gilt es aber einiges zu beachten.
Ab 2029 müssen bei Gas-, Öl- oder Flüssiggasheizungen, die nach dem 29. Juli 2026 eingebaut wurden, zehn Prozent „grüne“ Brennstoffe beigemischt sein. Dazu gehören etwa Biomethan oder Wasserstoff. Diese sogenannte „Bio-Treppe“ steigt auf mindestens 15 Prozent im Jahr 2030, 30 Prozent im Jahr 2035 und 60 Prozent ab 2040.
Wie viel Bio-Brennstoff dann zur Verfügung steht und wie sich die Preise entwickeln, ist nach Einschätzung der Verbraucherzentrale Berlin schwer abschätzbar. So steigt etwa die Nachfrage nach Wasserstoff, weil die Industrie künftig verstärkt darauf angewiesen ist, um fossile Brennstoffe zu ersetzen. Hinzu kommt die CO₂-Abgabe auf fossile Brennstoffe: Für 2026 wurde zunächst ein Preis von 55 bis 60 Euro je Tonne festgelegt. In den Jahren danach sollen die CO₂-Zertifikate frei am Markt gehandelt werden.
Wärmepumpe als kostengünstige Alternative
Angesichts steigender CO₂-Abgaben, der unsicheren Preisentwicklung bei fossilen und synthetischen, grünen Brennstoffen und eher moderater Strompreiserhöhungen können Wärmepumpen nach Ansicht der Verbraucherzentrale langfristig eine kostengünstige Alternative sein.
Besonders geeignet sind sie für gut gedämmte Neubauten. Auch in Bestandsgebäuden lassen sie sich einsetzen, wenn die Vorlauftemperatur unter 55 Grad Celsius bleibt. Mit gezielter Dämmung und angepassten Heizkörpern lässt sich die Effizienz deutlich steigern. Eine weitere Option ist eine Hybridheizung, die eine Wärmepumpe mit einem Gas- oder Ölkessel kombiniert.
Neue Förderbedingungen
Die Grundförderung für Wärmepumpen beträgt 30 Prozent der förderfähigen Kosten. Berücksichtigt werden Kosten bis höchstens 28.000 Euro. Dieser Höchstbetrag sinkt am 1. Februar 2027 erstmals um 750 Euro und danach alle sechs Monate um weitere 750 Euro.
Der Einkommensbonus steigt für Haushalte mit einem Einkommen unter 30.000 Euro von bisher 30 auf 40 Prozent. Haushalte mit einem Einkommen bis 40.000 Euro erhalten weiterhin 30 Prozent, bis 50.000 Euro sind noch zehn Prozent Bonus möglich. Außerdem gibt es einen Kinderbonus und weiterhin einen Klimageschwindigkeitsbonus für den frühzeitigen Heizungstausch.
Kostenlose Beratung, auch vor Ort
Ob eine Wärmepumpe die richtige Wahl für das eigene Haus ist, klärt die Energieberatung der Verbraucherzentrale. Sie berät Eigentümer wie Mieter, direkt in der Verbraucherzentrale Berlin, telefonisch oder per Video. Über das Programm „ZuHaus in Berlin“ können Eigentümer von Ein- und Zweifamilienhäusern zudem eine kostenlose Vor-Ort-Beratung in Anspruch nehmen.
Das Angebot hat sich seit dem Start geändert: Die kostenfreie Vor-Ort-Beratung ist inzwischen unabhängig von der Postleitzahl, jeder Eigentümer eines Einfamilien- oder Reihenhauses kann sich dafür anmelden. Besonders interessant sind für das Projekt nach Angaben der Verbraucherzentrale Wärmeversorgungsgebiete mit dezentraler Versorgung, in denen Eigenheimbesitzer ihre Heizungsform selbst planen, beispielsweise in Hermsdorf, Frohnau und Heiligensee. Über den Start der Beratung in drei Reinickendorfer Gebieten hat die Dorfzeitung bereits berichtet.
Im Juli hat „ZuHaus in Berlin“ einen Vortrag in der Humboldt-Bibliothek in Reinickendorf veranstaltet, voraussichtlich folgt 2027 ein weiterer. Wer nicht so lange warten möchte: Im Rahmen der Aktionswoche „Berlin spart Energie“ bietet die Verbraucherzentrale am Freitag, 16. Oktober, einen Online-Vortrag zur Frage „Wie weiter mit der Gasetagenheizung?“ an.
DZ
Beratung und Termine
Energieberatung: Telefon 0800 809 802 400 (kostenfrei aus dem deutschen Festnetz und für Mobilfunknutzer), Montag bis Donnerstag 8 bis 18 Uhr, Freitag 8 bis 16 Uhr
Internet: www.verbraucherzentrale-energieberatung.de/beratung/online/
Vor-Ort-Beratung: kostenlos über „ZuHaus in Berlin“, Termine unter www.zuhaus-in-berlin.de
Online-Vortrag: „Wie weiter mit der Gasetagenheizung?“,
Freitag, 16. Oktober 2026, 10 bis 11:30 Uhr, via Zoom. Anmeldung: www.berlin-spart-energie.de/veranstaltung/wie-weiter-mit-der-gasetagenheizung-411.html

