
Wie soll die Berliner Straße nach der Wiedereröffnung der U6 genutzt werden? Diese Frage stand im Mittelpunkt einer Bürgerveranstaltung im Bürgerbüro des SPD-Abgeordneten Sven Meyer. Diskutiert wurde insbesondere der Vorschlag, die heutige Busspur zwischen Alt-Tegel und dem Kurt-Schumacher-Platz künftig zunächst probeweise als geschützten Radfahrstreifen zu nutzen.
Gemeinsam mit Harald Berninghaus vom ADFC Berlin, dem EDEKA-Inhaber Mohammed Safa, dem SPD-Direktkandidaten Samuel Märkt, Michael Fugel von infraVelo und dem Mobilitätsexperten Horst Mentz diskutierten Bürgerinnen und Bürger über die künftige Nutzung der Berliner Straße. Hintergrund ist die geplante Wiederaufnahme des regulären U6-Betriebs. Damit wird die heute für den Schienenersatzverkehr benötigte Busspur nicht mehr in ihrer bisherigen Form benötigt. In der Diskussion ging es deshalb um die Frage, ob diese Fläche künftig als geschützter Radfahrstreifen genutzt werden kann, und welche Auswirkungen dies auf Autoverkehr, Gewerbe, Lieferverkehr sowie Fußgängerinnen und Fußgänger hätte.
Ergebnisoffener Verkehrsversuch soll objektive Bewertung ermöglichen
Aus der Veranstaltung heraus soll nun eine konkrete Initiative in die BVV Reinickendorf eingebracht werden: Vorgeschlagen wird ein zwölfmonatiger, ausdrücklich ergebnisoffener Verkehrsversuch zwischen Alt-Tegel und dem Kurt-Schumacher-Platz. Die vorhandene Busspur soll dabei möglichst ohne größere bauliche Veränderungen als geschützter Radfahrstreifen genutzt werden. Gleichzeitig sollen Verbesserungen für den Lieferverkehr, insbesondere in Alt-Tegel, berücksichtigt werden.
Während des Versuchs sollen die Auswirkungen auf Kfz-, Rad- und Lieferverkehr, Stellplätze und Verkehrssicherheit untersucht werden. Erst auf Grundlage dieser Ergebnisse soll über eine dauerhafte Lösung entschieden werden.
Samuel Märkt, der bei der Abgeordnetenhauswahl am 20. September als SPD-Direktkandidat kandidierte, erklärt: „Bei den Überlegungen geht es nicht um die Frage Auto vs. Fahrrad, sondern darum, ein funktionales und sicheres Nebeneinander unterschiedlicher Verkehrsformen zu ermöglichen. Für die lokale Wirtschaft ist das die Chance, die Warenanlieferung deutlich zu vereinfachen. Mit einer Fahrradspur können wir auch die E-Scooter von den Fußwegen holen und die Gefahren für Fußgängerinnen und Fußgänger reduzieren. Deshalb kann ich das Projekt nur begrüßen.“
Mobilitätsexperte Horst Mentz betont: „Eine klare und sichere Trennung von Rad- und Kfz-Verkehr kann gerade auf einer stark belasteten Straße für alle Beteiligten Vorteile bringen. Entscheidend ist, dass der Versuch professionell begleitet, die Auswirkungen auf alle Verkehrsarten objektiv gemessen und anschließend ergebnisoffen bewertet werden.“
„Wir wollen nicht theoretisch darüber streiten, wem die Berliner Straße gehört. Wir wollen ausprobieren, messen und anschließend anhand der tatsächlichen Erfahrungen entscheiden. Die heutige Busspur bietet dafür nach der U6-Eröffnung eine einmalige Chance“, erklärt Sven Meyer, SPD-Abgeordneter für Tegel, Borsigwalde und Wittenau.
Fahrradparken über die Jelbi-App
Ein zweiter Vorschlag aus der Veranstaltung betrifft den Umstieg vom Fahrrad auf den ÖPNV: Die SPD will sich dafür einsetzen, die ParkYourBike-App von infraVelo in die Jelbi-Plattform der BVG zu integrieren. Damit soll der Zugang zu sicheren Fahrradabstellanlagen vereinfacht und deren Nutzung verbessert werden. Beide Vorschläge sollen als Anträge in die BVV Reinickendorf eingebracht werden.
Sven Meyer
Mitglied des Abgeordnetenhauses von Berlin (SPD)


2 Kommentare
Sehr gut! Der Radweg muss endlich kommen. Wir brauchen die Verkehrswende. Wenn gute Radwege gebaut werden, steigt die Zahl der Radfahrer (auch im Winter). Schaut nach Münster, Stockholm, Kopenhagen, London, Paris, die ganzen Niederlande usw. Wer Radwege verhindert, denkt genauso mittelalterlich wie die, die ein Tempolimit verhindert haben wollen.
Ist aber hoffentlich nicht ernst gemeint… wie kann ich künstlich einen Stau produzieren, der durch die einspurige Strasse immens groß und lang ist, unterstützt durch absurde Ampel schaltungen, die mann von Ampel zu Ampen bei Tempo 50 Garantiert mit rot erreicht. Für die Anwohner ein gutes Klima, genug Parkplätze und Ruhe – auch Nachts, ist da wohl nicht zu erwarten. Aber.. Das, sind ja nur die paar Anwohner. Der SPD ist das egal, solange die nicht dort Wohnenden Radfahrer sie wegen solcher Sinnfreien Projekte Wählen. Und gut für den Klimaschutz ist der dauerstau bestimmt auch.
Was war da noch? In die Öffis Umsteigen?
ist auch ein geiler Witz. Wer bitteschön stellt sein Fahrrad oder Auto ab, um im unpünktlichem, überfüllten Buss im Stau zu stehen? Ich empfehle den Leuten die solch Sinnfreie Vorschläge unterbreiten, nur um Wählerstimmen zu generieren, einfach mal die Zeit zu messen, die ich mit dem Bus von Tegel bis zum Kutschi und von da bis zur Karl Bonhöfer brauche und einmal, wenn ich ein Auto benutze , wo ich den Weg selber bestimme.
Bevor jetzt kommt.. mehr Zeit einplanen…
Schon mal die Arbeitszeiten in der Pflege angesehen? Da is nix mit mehr Zeit einplanen, wenn schon für hin und Rückweg 3 Stunden erwartet werden. Auch Pflegekräfte haben noch das Recht auf ein ganz klein wenig Privatleben, und leben nicht nur noch für den Beruf.
Mithin, könnte die SPD ja dann auch den Vorschlag einbringen, doch mal, ob der mangelnden Gelegenheit mit dem Auto auch mal zu Fahren, die Kfz Steuer abzuschaffen und dafür eine Radfahrsteuer Einzuführen. Die Radfahrer Zahlen keine Steuern für die Gleiche Benutzung der Straßen und Technischen Einrichtung derselben, brauchen keine Versicherung mit dazugehörige Kennzeichen… und das obwohl die E-bikes von der Bewegten Masse her schwerer sind als Scooter und dadurch einen höheren Schaden an Gegenstände und Personen verursachen.
Aber,…. ist ja einfacher die Radfahrer nach einem Rempler am PKW oder Personen, die Verursacher unerkannt entkommen zu lassen.Und zur Belustigung aller Fußgänger stehen die Leihräder und Scooter dann auch noch Kreuz und quer auf dem Gehweg… toll was die SPD so vorschlägt.. anstatt sich mal um wichtigere Probleme zu kümmern.
Z. b. Wohnungsnot, Obdachlose, Verschmelzung der Vivantes Töchter mit dem Mutterkonzern, Gerechtere Löhne für die Pflege,Schnellere oder sofortige Abschiebung Straffälliger Migranten/Flüchtlinge,Senkung der Strafmündigkeit für Straffällig gewordene Täter auf 14 Jahre,damit diese auch Bestraft oder Ausgewiesen werden können.