
Mit der Erneuerung des nördlichen Abschnitts der U6 setzt die BVG derzeit eines der größten Infrastrukturprojekte der vergangenen Jahre um. Nun steht der überarbeitete Zeitplan für den Endspurt. Zum Start des neuen Schuljahres 2027 sollen die Züge der U6 wieder auf der runderneuerten Trasse fahren.
Aus der Instandsetzung wurde eine komplette Erneuerung
Was ursprünglich als gezielte Instandsetzung einzelner Bauwerke geplant war, entwickelte sich im Verlauf der Arbeiten zu einer umfassenden Erneuerung. Erst nach dem Freilegen der Brücken, Bahnhöfe und des Dammes wurde sichtbar, in welchem Zustand sich Teile der rund 70 Jahre alten Infrastruktur tatsächlich befanden. Die BVG entschloss sich deshalb, alle zusätzlich erkennbaren Schäden im Zuge der laufenden Baumaßnahme mitzubeheben, um die U6 langfristig auf eine stabile und leistungsfähige Infrastruktur zu stellen. Die zusätzlichen Arbeiten erforderten Umplanungen und mehr Zeit.
Der strenge Winter kostete mehrere Wochen
Auch der strenge Winter Anfang des Jahres wirkte sich auf den Bauablauf aus. Eine witterungsbedingte Unterbrechung von mehreren Wochen kann nicht ohne Weiteres nachgeholt werden. Bei einer komplexen Baumaßnahme wie dieser müssen die Abläufe zahlreicher Gewerke ineinandergreifen. Viele Arbeitsschritte können erst beginnen, wenn andere abgeschlossen sind. So können schon kurze Unterbrechungen für erhebliche Auswirkungen auf den weiteren Zeitplan sorgen, da Bauunternehmen und Spezialgeräte langfristig eingeplant werden müssen.
Jetzt folgen Kabel, Technik und Testfahrten
Die BVG hat den gesamten Bauablauf nun gemeinsam mit allen beteiligten Unternehmen und Planern neu strukturiert. Die eigentlichen Bauarbeiten befinden sich inzwischen auf der Zielgeraden. Ein Großteil der Strecke wurde bereits neu aufgebaut und auch die Arbeiten an den Bahnhöfen sind weitestgehend abgeschlossen. In den kommenden Monaten werden nun Strom- und Signalkabel verlegt, die Leit- und Sicherungstechnik aufgebaut und die letzten Gleise verbaut. Anschließend folgen diverse Testfahrten.
Reaktionen aus der Politik
Felix Schönebeck, CDU-Bezirksverordneter im Rathaus Reinickendorf und Vorsitzender I love Tegel e. V., erklärt: „Die Baumaßnahme auf der U6 in Reinickendorf verzögert sich erneut. Anstatt im Frühjahr 2025 soll die U6 nun erst ab Sommer 2027 wieder normal verkehren. Die U6-Sanierung wird damit fast doppelt so lang dauern, wie ursprünglich geplant. Immerhin gibt es nun eine Erklärung dafür und endlich einen neuen Zeitplan. Die Menschen in Tegel und Reinickendorf haben genug von Ersatzverkehr und Baustellen, für die Gastronomen und Geschäftsleute wird jeder Tag mehr zur Belastungsprobe und die Straßen ächzen unter dem zusätzlichen Verkehr. Der neue Zeitplan muss ohne Wenn und Aber eingehalten werden. Die Baumaßnahme darf jetzt keinen Tag länger dauern!“
DZ

