Reinickendorfer Projekte für den Deutschen Engagementpreis nominiert

Jugendliche und Erwachsene stehen vor einer Leinwand mit der Aufschrift 1. Platz Quinoa Bildung gGmbH Rhythm & Respect
Die Gewinner der Preisverleihung „Buddies for Peace“ auf der Bühne. Der erste Platz ging an das Rap-Projekt „Rhythm & Respect“ der Quinoa Bildung gGmbH. Bild: © Quinoa Bildung gGmbH

626 Engagierte und Projekte sind in diesem Jahr für den Deutschen Engagementpreis nominiert, zwei davon kommen aus Reinickendorf. Sie alle haben schon gewonnen. Denn vorgeschlagen werden kann nur, wer zuvor bereits einen anderen Preis für sein Engagement erhalten hat.

Der Deutsche Engagementpreis ist der Dachpreis für zivilgesellschaftliches Engagement in Deutschland. Ausgerichtet wird er von der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt (DSEE). In diesem Jahr haben 170 Engagementpreise Projekte und Personen vorgeschlagen, die sie selbst ausgezeichnet hatten: bundesweite Preise ebenso wie Preise von Kommunen, Stiftungen, Verbänden und Unternehmen. Von 503 bestätigten Nominierungen kommen 30 aus Berlin.

Vorgeschlagen wurden die Berliner Nominierten sowohl von lokalen Auszeichnungen wie dem Ehrenamtspreis Charlottenburg-Wilmersdorf, dem Neuköllner Engagementpreis und #Respektgewinnt! als auch von bundesweiten Preisen wie Sterne des Sports, Startsocial und dem KiKA Award. Sie engagieren sich unter anderem für obdachlose Menschen, für Kinder aus Suchtfamilien, für eine lebendige Nachbarschaft und für die Sicherheit von Medienschaffenden.

Jan Holze, Vorstand der DSEE, sagt: „Wer für den Deutschen Engagementpreis nominiert ist, hat mit seinem Engagement bereits Menschen bewegt und vor Ort etwas verändert. Die vielen Vorschläge aus ganz Deutschland zeigen, wie vielfältig und kraftvoll Engagement ist. Dafür gebührt allen Nominierten große Anerkennung: Sie machen unsere Gesellschaft jeden Tag ein Stück stärker.“

Ein Modelabel für Jugendliche in Not

Zu den Berliner Nominierten gehört auch PEOPLE, ein soziales Modelabel und Projekt des KARUNA e.V., der seinen Sitz in der Hausotterstraße in Reinickendorf hat. Gemeinsam mit Designerinnen, Designern und Kreativen entwickeln junge Menschen zwischen 13 und 27 Jahren eigene Editionen aus Mode, Keramik und Designobjekten. Ihre Lebensrealität ist von Wohnungslosigkeit, Armut, psychischen Erkrankungen oder Suchterfahrungen geprägt. Die Jugendlichen beteiligen sich an den Prozessen eines Labels und bringen ihre biografischen Erfahrungen zum Teil erstmals konstruktiv ein. Der gesamte Erlös der in Berlin handgefertigten Stücke fließt in das Projekt zurück. Nominiert wurde PEOPLE vom HanseMerkur Preis für Kinderschutz.

Cornelia Zoller von KARUNA e.V. beschreibt das so: „Wer ständig mit den Herausforderungen des Alltags beschäftigt ist, braucht Orte, an denen für einen Moment etwas anderes zählt: Kreativität, Gemeinschaft und das Gefühl, einfach da sein zu dürfen.“ KARUNA e.V. hilft seit 1990 bedürftigen jungen Menschen in Berlin. Das Modeprojekt wird seit 2015 von der Menschenrechtsorganisation terre des hommes und der VW-Belegschaftsstiftung unterstützt und erhielt im selben Jahr den BKM-Preis für kulturelle Bildung der Bundesregierung.

Siebtklässler rappen gegen Diskriminierung

Ebenfalls nominiert ist das Projekt „Rhythm and Respect“ der Quinoa Schule in der Kühnemannstraße. In dem RAP-Projekt setzen sich Jugendliche der 7. Klassen mit Themen auseinander, die ihren Alltag prägen: Rassismus, Diskriminierung, Gewalt, Krieg, Freundschaft und Zusammenhalt. Gemeinsam mit Musikpädagoginnen, Musikpädagogen und Schulsozialarbeitenden besprechen sie Rap-Texte kritisch und entwickeln eigene Songs und Musikvideos. Die Inhalte bestimmen die Jugendlichen selbst. Vorgeschlagen wurde das Projekt von „Buddies for Peace“, dem Preis für Mut und Miteinander.

Eine Teilnehmerin, die Schülerin Rawan, berichtet: „Ich dachte nie, dass ich bei so einem Song vor der Kamera mitmachen kann.“ Und: „Das hat mir gezeigt, dass ich alles kann und mir viel mehr zutrauen kann.“

Simone Waria, Sprecherin der QUINOA Schule freut sich über die Nominierung für den Deutschen Engagementpreis: „Seit mehr als zehn Jahren setzen wir uns an der Quinoa-Schule dafür ein, dass junge Menschen unabhängig von ihrer Herkunft einen erfolgreichen Schulabschluss erreichen können. Unser Rap-Projekt „Rhythm & Respect“ ist ein wichtiger Teil davon. Gemeinsam mit unseren langjährigen Partnern und Rappern Boga & Benson schaffen wir seit 2018 einen Raum, in dem unsere Schüler:innen ihre Stimme finden, Selbstvertrauen entwickeln und lernen, respektvoll miteinander umzugehen.“

Und sie ergänzt eine Bitte an die Leserinnen und Leser der Dorfzeitung: „Jetzt haben wir die Chance auf den Publikumspreis und freuen uns über jede Unterstützung. Stimmt im Oktober für uns ab! Jede Stimme hilft dabei, die Bedeutung von Bildungs- und Chancengerechtigkeit für junge Menschen sichtbar zu machen. Vielen Dank!“

Das Publikum stimmt im Oktober ab

Über die Preise in fünf Kategorien entscheidet im September eine elfköpfige Jury. Die Kategorien heißen Anstoßen, Verbinden, Verändern, Bewahren und Ich für uns für Einzelengagierte. In der Jury sitzen unter anderem Verena Bentele, Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland, Anna-Nicole Heinrich, Präses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland, die Klimaschutz-Aktivistin und Publizistin Luisa Neubauer sowie Celia Šašić, Vizepräsidentin des Deutschen Fußball-Bunds.

Über den Publikumspreis entscheiden alle: Vom 1. bis 29. Oktober kann online abgestimmt werden. Die zehn stimmenstärksten Projekte werden bei der Preisverleihung genannt, die 50 stimmenstärksten zu einem Vernetzungstreffen eingeladen. Wer den Deutschen Engagementpreis 2026 und damit 10.000 Euro erhält, erfährt die Öffentlichkeit bei der Preisverleihung am 26. November im Colosseum Berlin.

Alle nominierten Projekte werden im Engagiertenfinder auf der Website des Deutschen Engagementpreises vorgestellt: https://www.deutscher-engagementpreis.de/engagiertenfinder

DZ

Infos zum Deutschen Engagementpreis

Nominierungen: 626 bundesweit, davon 30 aus Berlin
Publikumsvoting: 1. bis 29. Oktober 2026, online
Preisverleihung: 26. November 2026, Colosseum Berlin
Internet: www.deutscher-engagementpreis.de/engagiertenfinder

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