Knapp die Hälfte der Kleingewässer in Reinickendorf hat laut BUND Mängel

Der Ludwig-Lesser-Teich in Frohnau.
Für den Ludwig-Lesser-Teich in Frohnau gab es keine Beanstandungen. Knapp die Hälfte der Kleingewässer hat jedoch laut BUND mit Problemen zu kämpfen.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND Berlin) hat in den Bezirken Marzahn-Hellersdorf, Neukölln, Reinickendorf und Tempelhof-Schöneberg den Zustand von insgesamt 224 Kleingewässern dokumentiert. Die Beobachtungen aus dem Sommer 2020 wurden nun im BUND-Kleingewässerreport veröffentlicht.

Von den untersuchten Bezirken hat Reinickendorf die meisten Gewässer, bei denen keine Mängel beobachtet werden konnten. Dennoch weisen 45,7 % der Objekte Mängel auf. Damit schneidet Reinickendorf etwas besser ab als die anderen drei Bezirke.

Insgesamt wiesen 55,3 % der Gewässer zum Teil große Mängel auf. Am häufigsten lagen die Gewässer trocken oder waren sehr stark zugewachsen. Fast zehn Prozent der Kleingewässer waren zum Beobachtungszeitraum als solche gar nicht mehr erkennbar. Diese Bilanz stimme in erschreckender Weise mit den Ursachenbeschreibungen der ‚Roten Liste Amphibien´ überein, so der BUND.

„Die Stadt muss sich jetzt entscheiden, ob es hier in Zukunft überhaupt noch Frösche und Kröten geben soll oder ob diese nur noch im Tierpark begutachtet werden können“, sagt Norbert Prauser vom BUND Berlin.

Der BUND Berlin fordert daher:

  • Ein Notprogramm zur Stabilisierung Berliner Amphibienbestände, besonders für kurzfristig reaktivierbare Gewässer
  • Die Einführung einer stabilen Finanzierung mit Revision der Pflegeklasse-Zuordnung von Wasserflächen
  • Die systematische Erfassung und regelmäßiges Monitoring aller Kleingewässer sowie die Aufnahme von Kleingewässern in die Maßnahmenpläne der EU-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL)
  • Eine Kampagne zur Neuschaffung von Amphibiengewässern in Kleingärten, Parks, Wohnungsunternehmen etc.

Einschätzung des Reinickendorfer Bezirksamtes

Das Bezirksamt Reinickendorf bewertet die stehenden Gewässer in Reinickendorf als gut bis befriedigend. Das antwortete der für Umweltschutz zuständige Bürgermeister Frank Balzer auf eine schriftliche Anfrage der Bezirksverordneten Angela Budweg (SPD).

Bei kleineren Gewässern können Hitze und Regenmangel zur temporären Austrocknung führen. Derzeit sehe das Bezirksamt jedoch für kein Gewässer einen akuten Handlungsbedarf. Temporär austrocknende Wasserflächen können durchaus als natürliche Gegebenheit angesehen werden. Viele aquatische Organismen benötigen so genannte temporäre Gewässer. Die Dorfzeitung berichtet darüber in Ausgabe 03/2021 auf Seite 9.

DZ mit Material des BUND und des Bezirksamtes Reinickendorf

Hier gehts zum Kleingewässerreport des BUND (PDF ca. 11 MB):

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