
In diesem Jahr finden wieder zwei internationale Jugendbegegnungen des Vereins Internationale Jugendgemeinschaftsdienste (ijgd) in Reinickendorf statt. Insgesamt 20 Jugendliche aus Aserbaidschan, Deutschland, Irland, Italien, Mexiko, Russland, Spanien, der Türkei und Vietnam beteiligen sich dabei im Rahmen von Workcamps an der Pflege von Gräbern der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft.
Ende Juni bis Anfang Juli sind die Jugendlichen auf dem Friedhof Heiligensee an der Sandhauser Straße im Einsatz. Von Ende Juli bis Anfang August finden die Arbeiten an den Kriegsgräbern auf den Friedhöfen im Freiheitsweg und in der Humboldtstraße statt. Zu Aufgaben der Jugendlichen gehören insbesondere die Erneuerung von Rasenflächen auf Bestattungsflächen, das Freischneiden von Grünflächen sowie die Reinigung von Grabzeichen und deren Einfassungen. Neben den Arbeitseinsätzen bietet das Programm den Jugendlichen Gelegenheit, Berlin kennenzulernen und sich über Länder- und Kulturgrenzen hinweg auszutauschen.
In Reinickendorf befinden sich insgesamt 5.380 Gräber von Opfern von Krieg und Gewaltherrschaft auf sieben der zehn landeseigenen Friedhöfe des Bezirks. Die Verantwortung für diese Gräber liegt bei der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt. Die Pflege wurde dem Bezirk Reinickendorf übertragen.
Die internationalen Workcamps gehen auf eine Initiative des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. aus dem Jahr 1954 zurück. Sie fördern die internationale Begegnung junger Menschen und leisten durch die gemeinsame Arbeit an Kriegsgräberstätten einen Beitrag zur Erinnerungskultur, zur Völkerverständigung und zum Frieden. Seit 1994 werden die Jugendbegegnungen als internationale Workcamps vom ijgd organisiert.
Die Kosten für die Workcamps belaufen sich auf rund 5.000 Euro. Die Finanzierung erfolgt aus Bundesmitteln zur Unterhaltung der Gräber der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft, die dem Bezirksamt von der Senatsverwaltung zur Verfügung gestellt werden.
Bezirksamt Reinickendorf

