Giffey und Märkt diskutieren über Kleingewerbe in Tegel

Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (M.) und SPD-Kandidat Samuel Märkt (2. v. r.) mit weiteren Diskussionspartnern.
Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (M.) und SPD-Kandidat Samuel Märkt (2. v. r.) haben über die Bedingungen des Einzelhandels in Tegel diskutiert. Bild: © Astrid Hollmann

Trotz Sonnenschein, Hafenfest und Ferien kamen am vergangenen Donnerstag im Beydes Coworking Studio rund 80 Vertreterinnen aus Politik und Wirtschaft zusammen, um die aktuelle wirtschaftliche Lage rund um den Tegeler See zu diskutieren. Eingeladen hatte der SPD-Abgeordnetenhauskandidat Samuel Märkt.

Er stellte gleich zu Beginn klar, dass Tegel zu den schönsten Orten Berlins gehöre. Allerdings gerate der Einzelhandel durch die digitale Konkurrenz und die steigenden Miet- und Strompreise unter Druck. „Weil der besondere Charme Tegels von einem vielseitigen Angebot abhängt, müssen die Bedingungen für den Einzelhandel vor Ort verbessert werden“, sagt Märkt. Wie das gelingen kann, diskutierte er mit der Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey, dem Beydes-Geschäftsführer Christopher Weiss und Antje Fischer, der Inhaberin des seit 54 Jahren in Tegel ansässigen Geschäfts Heyer Optik. Franziska Giffey warb in der Diskussion für mehr Optimismus. Allein im ersten Halbjahr 2026 seien in die Berliner Wirtschaft 1,4 Milliarden Euro investiert worden. Man digitalisiere und vereinfache gerade auch Verwaltungsverfahren, damit die Gelder noch schneller ankommen.

Gewerbehöfe und ein Kiez-Patenmodell 2.0

Gegen die steigenden Gewerbemieten und Stromkosten fordern Giffey und Märkt mehr Engagement vom Bund. „Es benötige eine Kostensenkung, damit der Einzelhandel mit der digitalen Konkurrenz mithalten kann“, sagt Märkt. „Berlin sorgt mit Gewerbehöfen für stabilere Preise“, ergänzte Giffey. Auch fördere das Land lokale Zusammenschlüsse von Unternehmen, die für ihren Kiez Verantwortung übernehmen. „Ein Kiez-Patenmodell 2.0 gewissermaßen“, erklärte Giffey. „Mehr Zusammenarbeit und Verantwortung für den Kiez“ wünschte sich auch Antje Fischer. Am Abend fanden sich bereits erste Unternehmen, die an einem Zusammenschluss interessiert waren.

Stadtgrün, Wochenmarkt und ein Riesenrad für Tegel

Daneben wurde eine Verbesserung der Aufenthaltsqualität in Alt-Tegel diskutiert. „Es benötige mehr Stadtgrün, Sitzgelegenheiten und eine bessere Beleuchtung“, sagt Märkt. „Soziale und nachhaltige Aspekte müssen bei der Stadtentwicklung mitgedacht werden“, ergänzte Christopher Weiss. Erst kürzlich hat das Land Berlin 1 Milliarde Euro für mehr Stadtgrün, Klimaanpassung und Hitzeschutz bereitgestellt. Märkt erwartet vom Land Berlin, „dass die Gelder schnell vor Ort umgesetzt werden“. Bisher passiere hier zu wenig. Im Gegenteil: An anderer Stelle werden Straßenbäume gefällt. „Das darf nicht sein“, sagt Märkt.

Auf die Frage, wie Tegel in zehn Jahren aussehe, antwortete er, dass er den Charme von Tegel erhalten möchte. Er wünscht sich einen Wochenmarkt in Tegel. Auch ein temporäres Riesenrad in den Sommermonaten könne ein Angebot für Familien sein, das der lokalen Wirtschaft zugutekäme. Das wurde auch von Giffey unterstützt, die von Tegel ersichtlich angetan war. Schließlich warb Giffey auch für die Unterstützung von Märkt bei der nächsten Abgeordnetenhauswahl: „Er trägt das Herz am rechten Fleck und setzt sich mit ganzer Kraft für den Stadtteil ein.“ Auf die Frage, was er anders mache, sagte Märkt: „Zuhören, vernetzen und ehrlich mit sich und seinen Möglichkeiten sein. Politik darf nicht erst tätig werden, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist. Das ist mein Anspruch.“ Dies wurde auch von den Beteiligten goutiert, die froh waren, den Weg zum „Wirtschaftsempfang mit Franziska Giffey“ auf sich genommen zu haben.

Samuel Märkt
SPD-Direktkandidat für Heiligensee, Konradshöhe, Tegelort, Tegel, Tegel-Süd und Saatwinkel

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