
Das Bezirksamt ist seit längerem mit dem neuen Eigentümer des ehemaligen C&A-Gebäudes in Alt-Tegel über planungsrechtliche und bauordnungsrechtliche Themen für zukünftige Nutzungen im Gespräch. In der Reinickendorfer Kommunalpolitik wurde zuvor der Wunsch geäußert, an diesem Standort auch Wohnungsbau zu ermöglichen, nachdem bekannt wurde, dass der EDEKA-Konzern der neue Eigentümer der Immobilie ist und im Erdgeschoss einen Supermarkt ansiedeln möchte.
Eigentümer kündigte den Teilabriss im Stadtplanungsausschuss an
Am 9. Juni 2026 hatte der Eigentümer im Stadtentwicklungsausschuss mitgeteilt, dass das vorhandene Gebäude für die geplante Nachnutzung nicht geeignet sei und daher in Teilen abgerissen werden muss. Die neue Nutzung sieht demnach weiterhin im Erdgeschoss Gewerbe und in den Obergeschossen Wohnen vor. Bisher liegt im Bezirksamt Reinickendorf jedoch noch kein Bauantrag für den Standort vor.
Die geplante Mischnutzung wäre eine Abweichung vom bestehenden Planungsrecht. Wohnen ist dort laut gültigem Bebauungsplan bisher nicht möglich. Das Bezirksamt begrüßt die Überlegung dennoch: „Das Bezirksamt steht der Idee, zusätzlich Wohnen unterzubringen, dennoch sehr positiv gegenüber“, teilte Stadtentwicklungsstadträtin Korinna Stephan der Dorfzeitung mit. „Wichtig ist aufgrund der Lage aber auch eine hohe Qualität eines Neubaus.“
Die Bauberatung ziele daher darauf ab, an dieser Stelle ein hochwertiges, ein dem Ort angemessenes Gebäude mit städtischem Charakter entwickeln zu lassen. Denkbar sei dabei durchaus, Teile des vorhandenen Gebäudes einzubeziehen. Abgeschlossen ist der Prozess nach Angaben des Bezirksamts noch nicht, die Gespräche laufen weiter.
Stadträtin Stephan setzt sich zudem dafür ein, bis zum Abriss eine Zwischennutzung beispielsweise im kulturellen Bereich umzusetzen. Auch dazu seien mit dem Eigentümer bereits mehrfach Gespräche geführt und Kontakte vermittelt worden.
Zustimmung aus der Politik
Der SPD-Direktkandidat Samuel Märkt, freut sich, dass die Planungen Gestalt annehmen. Er hatte schon vor einiger Zeit den Vorschlag des I love Tegel Vorsitzenden Felix Schönebeck für zusätzliche Wohnungen unterstützt. „Reinickendorf benötigt bezahlbaren Wohnraum, und deshalb müssen verfügbare Flächen auch für Wohnraum genutzt werden. Es ist gut, dass der Bezirk mit dem neuen Eigentümer die Voraussetzungen dafür schaffen will“, sagte Märkt. Für Tegel bedeutet der Abriss aber eine weitere Baustelle. „Es ist daher gut, dass Edeka bei der Umsetzung keine Steine in den Weg gelegt werden“, so Märkt. „Wir brauchen keine weitere Dauerbaustelle in Tegel, sondern eine schnelle Umsetzung.“ Ungeklärt ist für Märkt weiterhin die Situation für das Parken und die Warenanlieferung.
DZ

