BVG zieht Bilanz: Busangebot steigert Zuverlässigkeit, U8-Planung ins Märkische Viertel läuft weiter

Ein gelber Doppeldeckerbus der BVG-Linie 222 mit dem Fahrtziel Märkische Zelle hält an der Haltestelle U Alt-Tegel, davor warten Fahrgäste am Fahrgastunterstand.
Die Zuverlässigkeit im Bus-Verkehr ist nach Angaben der BVG im ersten Halbjahr 2026 um 0,1 Prozentpunkte auf 99,6 Prozent gestiegen. Bild: © DZ

Die BVG hat am 13. August ihre Bilanz für das erste Halbjahr 2026 vorgestellt. Busse und Straßenbahnen sind danach auf hohem Niveau zuverlässig unterwegs, bei der U-Bahn hat sich die Zuverlässigkeit durch die laufende Flottenerneuerung deutlich verbessert. Zum Ende der Sommerferien verbessert das Unternehmen deshalb erstmals seit Ende 2023 wieder sein Angebot im Busverkehr: Das Metrobusnetz wächst um fast fünf Kilometer, Takte werden verdichtet und Quartiere besser angeschlossen.

Zuverlässigkeit der U-Bahn springt auf 98,5 Prozent

Die Kennzahl, an der die BVG ihren Kurs misst, heißt Zuverlässigkeit. Sie beantwortet die Frage, ob der im Fahrplan angekündigte Bus oder die Bahn kommt. Die Werte sind um externe Einflüsse wie Streiks, Baustellen oder Polizeieinsätze bereinigt, sie bilden also die reine BVG-Leistung ab. Im ersten Halbjahr lag die Zuverlässigkeit bei der Straßenbahn bei 99,3 Prozent (2025 gesamt: 98,6 Prozent) und beim Bus bei 99,6 Prozent (2025: 99,5 Prozent). Besonders deutlich verbesserte sich die U-Bahn, von 94,3 Prozent im Jahr 2025 auf 98,5 Prozent.

„Vor anderthalb Jahren haben wir gesagt: Stabilität geht vor Wachstum. Heute können wir zeigen, dass dieser Kurs wirkt und dass unsere Fahrgäste davon Tag für Tag profitieren“, sagt BVG-Vorstandsvorsitzender Henrik Falk. „Im ersten Halbjahr 2026 haben wir weitere große Schritte in die richtige Richtung gemacht und erreichen regelmäßig Zuverlässigkeiten von 99 Prozent und mehr.“

240 neue U-Bahn-Wagen und 760 neue Beschäftigte

Als wichtigste Faktoren nennt die BVG die Flottenerneuerung und die stabile Personalentwicklung. Rund 240 neue U-Bahn-Wagen der Baureihen J und JK sind bereits im Einsatz, der Abruf weiterer 166 Wagen mit dem modernen Zugsteuerungssystem CBTC ist beschlossen. Hinzu kommen 70 neue E-Gelenkbusse sowie fünf Straßenbahnen des Typs Urbanliner. Im ersten Halbjahr stellte das Unternehmen rund 760 neue Mitarbeitende ein, fast 90 Prozent davon für den operativen Bereich.

U8 ins Märkische Viertel: Senat erteilt Planungsauftrag

Für Reinickendorf ist vor allem ein Vorhaben aus dem Infrastrukturteil der Bilanz interessant. Die geplante Verlängerung der U8 ins Märkische Viertel wird konkreter: Der Senat hat der BVG den Planungsauftrag für die nächste Phase erteilt. Bei der U-Bahn begann außerdem im Juli mit dem Spatenstich die Erneuerung des Waisentunnels, der die U5 mit dem übrigen Großprofilnetz verbindet.

16 Prozent weniger Straftaten im BVG-Netz

Auch bei der Sicherheit setzt sich der positive Trend fort. Im ersten Halbjahr 2026 ging die Zahl der registrierten Straftaten im BVG-Netz gegenüber dem Vorjahreszeitraum um rund 16 Prozent zurück, die Taschendiebstähle sanken um 31 Prozent. Auch Gewalt-, Körperverletzungs- und Sexualdelikte waren rückläufig. Aktuell sind 87 Detektionskameras an 16 U-Bahnhöfen im Einsatz, allein am U-Bahnhof Schloßstraße kamen zuletzt 24 weitere hinzu.

Am Innovationsbahnhof Kottbusser Tor läuft seit Mitte August ein WhatsApp-Kanal im Testbetrieb, über den Fahrgäste Schmutz, Schäden und weitere Hinweise per Smartphone melden können. Auch das Pilotprojekt „Pink*Zone“ zeigt erste positive Ergebnisse: Seit Juli machen auffällige Markierungen an fünf U-Bahnhöfen die vorhandenen Notruf- und Informationssäulen besser sichtbar. Eine erste Befragung zeigt, dass neun von zehn Befragten die neue Gestaltung als Hilfe empfinden.

DZ

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