
Demografischer Wandel verschärft Herausforderungen für die Blutspende
Wenn immer weniger Menschen regelmäßig Blut spenden, ist das ein gefährliches Spiel auf Zeit. Eine stabile Blutversorgung darf nicht dauerhaft auf den Schultern einer kleiner werdenden Gruppe besonders engagierter Spenderinnen und Spender ruhen. Zwar konnten in den vergangenen Jahren saisonale Engpässe deutlich reduziert werden, doch was kurzfristig Stabilität schafft, macht das System langfristig anfälliger. Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels bleibt es deshalb entscheidend, neue und insbesondere jüngere Menschen dauerhaft für die Blutspende zu gewinnen.
Rund um den Weltblutspendetag am 14. Juni rufen die DRK-Blutspendedienste bundesweit dazu auf, gerade in den Sommermonaten Blut zu spenden. Hohe Temperaturen, Ferienbeginn und Reisezeit sorgen erfahrungsgemäß dafür, dass weniger Menschen Blut spenden gehen. Gleichzeitig bleibt der Bedarf an Blutpräparaten in den Kliniken unverändert hoch. Täglich werden Blutspenden für die Versorgung von Unfallopfern, Krebspatientinnen und -patienten, Menschen mit schweren Erkrankungen oder bei komplizierten Operationen benötigt.
Die Herausforderungen für die Blutversorgung werden durch den demografischen Wandel zusätzlich verschärft. Die deutsche Bevölkerung altert zunehmend, gleichzeitig werden die nachfolgenden Generationen kleiner. Zugleich erreichen die geburtenstarken Jahrgänge der sogenannten Babyboomer das Rentenalter. Damit wächst die Zahl älterer Menschen, die medizinisch versorgt werden müssen, während gleichzeitig weniger junge Menschen nachkommen, die potenziell Blut spenden können.
Der Weltblutspendetag ist jedoch nicht nur ein Tag des Appells, sondern auch des Dankes. Gewidmet ist er den Menschen, die sich regelmäßig und selbstlos mit ihrer Blutspende in den Dienst der Gemeinschaft stellen. Ihr Engagement ist Ausdruck gelebter Solidarität, auf die sich tagtäglich tausende schwerkranke und verletzte Menschen jeden Alters verlassen müssen.
Die DRK-Blutspendedienste appellieren insbesondere an junge Erwachsene sowie Erstspenderinnen und Erstspender, sich mit dem Thema Blutspende auseinanderzusetzen und Verantwortung zu übernehmen. Jede einzelne Blutspende kann Leben retten.
Alle DRK-Blutspendetermine in Berlin und Brandenburg finden Sie unter:
https://www.blutspende-nordost.de/blutspendetermine/
Für alle DRK-Blutspendetermine wird um die Buchung einer festen Spendezeit vorab gebeten. Diese kann online oder über die kostenlose Hotline 0800 11 949 11 vorgenommen werden.
Aktuelle Versorgungssituation
Die Versorgung mit Blutpräparaten im Bereich des DRK-Blutspendedienstes Nord-Ost ist derzeit stabil. Aufgrund der kurzen Haltbarkeit der Präparate ist eine kontinuierlich hohe Spendebereitschaft von Spenderinnen und Spendern aller Blutgruppen für eine lückenlose Patientenversorgung essenziell. Aktuell sind insbesondere Spenderinnen und Spender mit den Blutgruppen 0 Rhesus negativ, A Rhesus negativ und B Rhesus negativ herzlich willkommen.
Wer kann Blut spenden?
Gesunde Menschen ab 18 Jahren können Blut spenden. Bei einer ärztlichen Voruntersuchung wird die Eignung zur Blutspende jeweils tagesaktuell geprüft. Gesunde Männer dürfen bis zu sechs Mal pro Jahr Blut spenden, Frauen bis zu vier Mal innerhalb von zwölf Monaten. Zwischen zwei Spenden müssen mindestens acht Wochen liegen. Bitte bringen Sie zur Blutspende Ihren Personalausweis mit.
Blutspende beim DRK – in 45 Minuten zum Lebensretter
- Wunschtermin online reservieren und am Tag der Spende ausreichend alkoholfreie Getränke zu sich nehmen
- Anmeldung vor Ort unter Vorlage des Personalausweises
- Ausfüllen des medizinischen Fragebogens
- Kurzes ärztliches Gespräch und kleine Laborkontrolle
- Blutspende: Entnahme von etwa 500 Millilitern Blut, Dauer ca. 8 bis 12 Minuten
- Ruhepause und Imbiss im Anschluss
DRK-Blutspendedienst Nord-Ost

