
Prof. Dr. Karsten Dreinhöfer, Chefarzt der Rehabilitationsklinik Medical Park Berlin Humboldtmühle in Tegel, erhält den Verdienstorden des Landes Berlin. Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner überreicht ihm und elf weiteren Bürgerinnen und Bürgern die Auszeichnung am heutigen Donnerstag, 1. Oktober 2026, um 11 Uhr im Festsaal des Roten Rathauses.
Ärztlicher Begleiter von Margot Friedländer
Dreinhöfer hat die Berliner Ehrenbürgerin und Holocaust-Überlebende Margot Friedländer ärztlich betreut. Er unterstützte sie auch bei der Gründung der gemeinnützigen Margot-Friedländer-Stiftung und hält ihr Vermächtnis durch sein Engagement im Vorstand der Stiftung lebendig.
Die Stiftung steht für alles, was Margot Friedländer mit großer Glaubwürdigkeit selbst verkörperte: für ihren Kampf gegen das Vergessen, gegen Antisemitismus, Rassismus und Ausgrenzung, und für Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit. erklärt das Presse- und Informationsamts des Landes Berlin.
Verleihung am Verfassungstag
Die Verleihung fällt auf den Verfassungstag des Landes Berlin, an dem die Verdienstorden traditionell vergeben werden. Alle zwölf Ausgezeichneten werden mit dem Orden und mit einer Laudatio geehrt.
„Tausende Menschen engagieren sich in Berlin für ein solidarisches Zusammenleben, für Demokratie und gesellschaftlichen Zusammenhalt“, erklärte Kai Wegner vorab. Gewürdigt würden Menschen, die sich seit langem und auf vielfältige Weise für Berlin einsetzen. „Gesellschaftliches Engagement ist der Kitt, der unsere Gesellschaft zusammenhält und sie damit auch noch resilienter macht“, so der Regierende Bürgermeister.
Die weiteren Geehrten
Neben Karsten Dreinhöfer erhalten in diesem Jahr elf weitere Berlinerinnen und Berliner den Landesorden:
- Şemsi Bilgi, Informatikerin und Vorstandsvorsitzende des Türkischen Frauenvereins e. V., engagiert sich seit über drei Jahrzehnten ehrenamtlich für die gesellschaftliche Teilhabe und Gleichstellung türkischer Frauen in Berlin.
- Thomas de Vachroi setzt sich seit vielen Jahren für Menschen ein, die von Armut und Obdachlosigkeit betroffen sind. Seit 2017 ist er als erster Armutsbeauftragter Deutschlands tätig, seit April 2024 für die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO).
- Jan Eder war 33 Jahre für die Industrie- und Handelskammer zu Berlin tätig, davon 22 Jahre als Hauptgeschäftsführer, und hat die wirtschaftliche Entwicklung der Hauptstadt maßgeblich geprägt.
- Bastian Finke hat 1990 Maneo, das älteste schwule Anti-Gewalt-Projekt in Deutschland mit Sitz in Berlin, mitbegründet und bis Juni 2026 geleitet.
- Beate Kitzmann ist Geschäftsführerin des Naturhofs Malchow. Die Naturschutzstation zeichnet sich durch ihre umweltpädagogische Arbeit für Kinder und Jugendliche aus.
- Dragan Mitrovski ist seit 35 Jahren Vorsitzender des Kirchenrats der serbisch-orthodoxen Gemeinde in Berlin und leistet einen Beitrag zur Integration und zum interkulturellen und interreligiösen Dialog.
- Reinhard Müller, Gründer und Vorstandsvorsitzender der EUREF AG, erwarb 2007 das Gelände um den ehemaligen Gasometer in Schöneberg und entwickelte dort mit seinem Team den EUREF-Campus. Er setzt sich zudem für die Denkmalerneuerung und -pflege in Berlin ein.
- Nadja Ofuatey-Alazard, Journalistin, Filmemacherin und Kulturwissenschaftlerin, setzt sich gegen Rassismus ein. Mit dem „Black Communities Center“ in Wedding hat sie einen deutschlandweit einmaligen Ort für Austausch und Integration geschaffen.
- Sabine Röhm, Pfarrerin der EKBO, hat bei der Berliner Feuerwehr und am Flughafen Berlin-Brandenburg die Seelsorge auf- und ausgebaut.
- Elena Semechin hat als sehbehinderte Para-Schwimmerin bei Paralympischen Spielen sowie Welt- und Europameisterschaften zahlreiche Goldmedaillen gewonnen und sich nach einer schweren Erkrankung in den Sport zurückgekämpft.
- Martina Tittel ist seit 2015 Inhaberin der Nicolaischen Buchhandlung in Friedenau, der ältesten Buchhandlung Berlins, und übernahm 2024 zudem den historischen Nicolai Verlag.
Informationen zur Auszeichnung und zu den bisher Geehrten stehen auf der Seite Verdienstorden des Landes Berlin bei berlin.de.
DZ

