
Die FDP-Fraktion machte einen defekten Regenabfluss für die Wasserlachen auf der Roedernallee verantwortlich. Die Berliner Wasserbetriebe haben nachgesehen und kommen zu einem anderen Ergebnis.
Nach starkem Regen sammelt sich auf der Roedernallee immer wieder das Wasser auf der Fahrbahn. Die FDP-Fraktion Reinickendorf hat das Thema am 10. Juni als Ersuchen in die Bezirksverordnetenversammlung eingebracht. Drei Stellen seien besonders betroffen: die Kreuzung Roedernallee / Fräsersteig, der Bereich vor der Roedernallee 80 sowie die Unterführung der S-Bahnbrücke S25 in Fahrtrichtung Wittenau.
Die Folgen, laut FDP: Durch die Pfützen wird der Verkehr behindert und Fußgängerinnen und Fußgänger werden durch Spritzwasser nass. Ursächlich ist ein offenbar defekter Regenabfluss, vermutet die Fraktion.
Fraktion fordert Prüfung von Kanälen und Abflüssen
Die FDP-Fraktion fordert das Bezirksamt auf, zu überprüfen, wo Reparaturen an Kanälen oder Abflüssen notwendig sind. Ziel ist es, den Wasserabfluss zu verbessern und die Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer zu erhöhen. Die Initiative liegt der Bezirksverordnetenversammlung als Drucksache 3233/XXI vor. „Überschwemmungen auf der Roedernallee sind kein Naturphänomen, sondern ein Planungsproblem. Das Bezirksamt muss nun handeln, damit Fußgänger trockene Füße behalten und alle Verkehrsteilnehmer sicher unterwegs sind“, sagt FDP-Fraktionsmitglied und Anwohner Andreas Otto.
Der Fraktionsvorsitzende David Jahn ergänzt: „Die Roedernallee als Bundesstraße ist eine der Hauptverkehrsachsen in ganz Berlin. Dass hier teilweise ganze Fahrspuren unbenutzbar werden, weil riesige Wasserpfützen schon bei geringen Regenmengen entstehen, ist nicht akzeptabel. Wir Freie Demokraten setzen auf eine funktionierende Infrastruktur. Das beginnt auf der kommunalen Ebene schon mit dem Regenabfluss.“

Wasserbetriebe spülen die Kanäle
Die Dorfzeitung hat die Berliner Wasserbetriebe um Auskunft gebeten, ob ihnen die Problematik bekannt ist. Pressesprecherin Astrid Hackenesch-Rump erklärte, dass gerade im Frühjahr und Herbst über Straßen und Gehwege oft eine Menge Blätter, Blüten und (ganzjährig) Müll durch die Kanaldeckel und Straßenabläufe (so nennen die Fachleute Gullys) gespült werden. Unter dem Deckel gibt es dafür eine Art Auffangkorb. Die Reinigung der Gullys ist Aufgabe der BSR, für die Kanaldeckel sind die Wasserbetriebe verantwortlich.
Nach der Anfrage rückte das Team des Kanalbetriebs Nord aus und reinigte den Schmutzkanal im Bereich Roedernallee/Fräsersteig bis zur Oranienburger Straße mit einem Hochdruck-Spülfahrzeug mit Wasser-Rückgewinnung. Dabei wurde festgestellt, dass der Wasserablauf im Kanalsystem sichergestellt ist, teilte die Sprecherin mit.
Auch der Schmutz- und der Regenkanal im Kreuzungsbereich Roedernallee/Fräsersteig wurden auf diese Weise gespült. Beide sind nach Angaben der Wasserbetriebe betriebsfähig. Auch der Straßenablauf auf Höhe Roedernallee 80 wurde gereinigt und ist betriebsfähig.
Für eine genauere Inspektion der Straßenabläufe benötigen die Wasserbetriebe Halteverbotsschilder, weil die betreffenden Bereiche durch parkende Pkw verstellt waren. In der Kanaldatenbank ist bereits für das Jahr 2022 eine Verwurzelung im Anschlusskanal beziehungsweise im Straßenablauf dokumentiert. Diesen Wurzeleinwuchs bewerten die Wasserbetriebe als derzeit unproblematisch: Die Ableitungsfunktion sei nicht beeinträchtigt, die Entwässerung weiterhin sichergestellt.
Zwei Tage nach der Spülung fuhr ein Team der Wasserbetriebe mit der Kamera durch den Regenkanal. Auch diese Untersuchung ergab, dass die Ableitung des Oberflächenwassers gewährleistet ist. Eine optische Vorkontrolle des weiteren Verlaufs bis zum Auslauf in den Nordgraben brachte keine Auffälligkeiten.
Mängel an der Fahrbahndecke
Den Hinweis auf eine andere Ursache liefert ein Befund am Ende der Prüfung. Die Fahrbahndecke weist nach Einschätzung der Wasserbetriebe erhebliche Mängel auf. Dadurch ist die Entwässerung des Oberflächenwassers im Kreuzungsbereich Roedernallee/Fräsersteig eingeschränkt.
DZ

