Massenhaft gefährlicher Müll im Trinkwasserschutzgebiet Tegel illegal entsorgt | Schönebeck: „Forstämter müssen endlich personell gestärkt werden“

Müllsäcke, Dämmwolle, Bauschutt, Dachpappe, Teppichboden sowie Elektrogeräte werden einfach in der Umwelt abgeladen. Bild: Felix Schönebeck

Im Trinkwasserschutzgebiet an der Bernauer Straße in Tegel wurden große Mengen an Bauschutt und Sondermüll illegal entsorgt. Entlang der gesamten Strecke durch den Wald von Tegel-Süd bis nach Spandau finden sich immer wieder Müllsäcke, Dämmwolle, Bauschutt, Dachpappe, Teppichboden sowie Elektrogeräte. 
„Der illegal entsorgte Sondermüll schadet unserer Natur, unseren Tieren und unserer Umwelt. Er stellt hier zusätzlich eine Gefahr für die Trinkwasserversorgung dar. Ich bin wirklich entsetzt“, ärgert sich Felix Schönebeck, Bezirksverordneter und Vorsitzender des Verein I love Tegel e.V. „Die Vermüllung und Verwahrlosung des öffentlichen Raumes geht immer weiter voran. Es muss jetzt etwas unternommen werden, um dieser Entwicklung endlich Einhalt zu gebieten“, so Schönebeck weiter. 
Er hat die Vermüllung dokumentiert und bei den Berliner Forsten gemeldet. Doch nicht nur bei der Entsorgung, sondern auch bei der Verfolgung der Täter sieht Schönebeck Handlungsbedarf. Nach dem Landeswaldgesetz sind die Berliner Forsten für die Abwehr von Gefahren, zur Beseitigung von Störungen und zur Verfolgung von rechtswidrigen Handlungen zuständig. In den Fällen, bei denen Umweltstraftaten in Betracht kommen, übernimmt die Berliner Polizei die Ermittlungen. Schönebeck ist sich sicher, dass eine angemessene personelle Ausstattung des Forstamts Tegel helfen könnte, diesem stärker werdenden Problem zu begegnen. „Die Berliner Forsten sind gesetzlich als Ordnungsbehörde für den Forstschutz zuständig. Doch trotz aller Mühe kommen die Mitarbeiter gar nicht mehr hinterher. Man muss die Forstämter wieder in die Lage versetzen, dass sie ihre Aufgaben wahrnehmen können. Davon sind wir aktuell meilenweit entfernt. Das muss sich ändern“, erklärt Schönebeck. 
Ein entsprechender Antrag wurde vor knapp zwei Jahren auf seine Initiative einstimmig in der Reinickendorfer Bezirksverordnetenversammlung beschlossen. Darin wurde gefordert, „dass das Forstamt Tegel personell dergestalt ausgestattet wird, dass es seine Aufgaben mit der gebotenen Sorgfalt wahrnehmen kann. Insbesondere sind hierbei Stellen zu schaffen, die die Gefahrenabwehr und Verfolgung von rechtswidrigen Handlungen nach dem Landeswaldgesetz gewährleistet, um der vermehrt auftretenden Vermüllung in den Reinickendorfer Forsten entgegenzuwirken“. Der Senat hat zwar daraufhin im Doppelhaushalt 2020/21 insgesamt 23 neue Stellen für Berlin geschaffen, jedoch kann dies erst der Anfang einer strukturellen Verbesserung der 28 Revierförstereien in Berlin gewesen sein. Eine Verbesserung der Situation ist jedenfalls noch nicht zu erkennen. 

Felix Schönebeck

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