Durchfahrtverbot für Lastwagen im Waldseeviertel bleibt bestehen

Ein Sattelzug quert eine Kreuzung in einem Wohngebiet und bleibt wegen am Straßenrand geparkter Autos stecken.
Schwerlastverkehr im Wohngebiet: Ein Sattelzug quert eine Kreuzung im Waldseeviertel. Bild: © Initiative Offene Nachbarschaft

Der zuständige Verkehrs­stadtrat Sebastian Pieper (CDU) hat eine erfreuliche Nachricht für alle Anwohnerinnen und Anwohner des Waldseeviertels in Berlin-Hermsdorf: Das Durchfahrtsverbot für Lastkraftwagen bleibt auch nach der Sanierung der Schildower Straße bestehen.

Diese Forderung der Initiative Offene Nachbarschaft wurde von allen Initiativen in dem Gebiet mitgetragen und hat für alle Anwohnenden eine hohe Bedeutung. „Die Maßnahme trägt dazu bei, die Wohngebiete vor zusätzlichem Schwerlastverkehr zu schützen und die Aufenthaltsqualität im Quartier zu erhalten“, so Stadtrat Pieper.

Verwaltungsgericht weist Klage von Anwohnern zurück

Erst kürzlich, am 12. Juni 2026, hatte die 1. Kammer des Verwaltungsgerichts Berlin eine Klage von Anwohnern zurückgewiesen, nach der sämtliche Verbindungsstraßen des Waldseeviertels ins Umland für den motorisierten Individualverkehr (PKWs und LKWs) an der Landesgrenze geschlossen werden sollten.

Das Gericht urteilte: „Die Kläger sind nicht klagebefugt. Ihnen steht kein Anspruch zu, vom Land Berlin eine Umwidmung der Straßenabschnitte an der Landesgrenze zu verlangen, die den Verkehr mit Kraftfahrzeugen grundsätzlich ausschließen würde. Eine solche Teileinziehung diene öffentlichen Interessen und nicht privaten Belangen.“ „Ein Anspruch der Kläger auf alternative Maßnahmen gegen den Durchgangsverkehr mit Kraftfahrzeugen bestehe ebenfalls nicht.“

Die Initiative Offene Nachbarschaft begrüßt das wegweisende Urteil des Gerichts, das eine Strahlkraft weit über das Waldseeviertel hinaus besitzt und das Scheitern der von der Lobbygruppe „Changing Cities“ als „Verkehrswendeklage“ hochstilisierten Klage in aller Klarheit deutlich macht.

Kritik an den neuen Engstellen

Die im Frühjahr dieses Jahres fertiggestellte Sanierung der Schildower Straße bringt sicherlich viele Vorteile, wie zum Beispiel: besserer Straßenbelag, Aufpflasterung der Kreuzungsbereiche, größere Übersichtlichkeit an den Kreuzungen, über zehn Versickerungsgruben für Regenwasser usw. usf.

Unverständlich bleibt, weshalb wieder 3 künstliche und gefährliche Engstellen gebaut wurden, obwohl das Bezirksamt schon im Januar 2023 festgestellt hat, dass die Einengungen „das Gegenteil von Verkehrsberuhigung bewirkt“ haben. Die größte Engstelle oder „Schnalle“ befindet sich übrigens vor dem Haus des Wortführers der Sperrungsinitiative. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Die Initiative Offene Nachbarschaft sieht in diesen Engstellen unnötige Gefahrenstellen für den Verkehr. Dabei ist besonders an den Radverkehr, insbesondere von Schulkindern und älteren Mitbürgern, zu denken, die sich durch den Wegfall der früheren Radwege (auf den Bürgersteigen) nun durch diese Gefahrenstellen quälen müssen und dabei ein extremes Unsicherheitsgefühl haben und dort auch besonders gefährdet sind. Die Verkehrssicherheit sollte immer oberste Priorität haben.

Auch der Kiezbus kommt schwer durch

Die Busse der Kiezbuslinie 326 der BVG müssen sich auch durch diese Engstellen quälen. Zusätzlich wird der Busverkehr dadurch erschwert, dass entgegen der ursprünglichen Planung, nach der nur einseitiges Parken auf dem dafür vorgesehenen grob gepflasterten Randstreifen erlaubt sein sollte, noch immer kein konsequentes Parkverbot auf der nördlichen Seite der Schildower Straße durchgesetzt wurde. Das würde den Busverkehr erleichtern und beschleunigen, wie auf den übrigen Streckenabschnitten des Kiezbusses (Hohefeldstraße, Burgfrauenstraße, Veltheimstraße) bereits geschehen, und den Fahrradverkehr sicherer machen.

Dr. Helmut Bodensiek
Initiative Offene Nachbarschaft, Hermsdorf und Glienicke

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