Schülerinnen schreiben an Anne Frank – Performative Ausstellung über den Schrecken in Auschwitz

„Kein Vergeben – kein Vergessen“ gaben die sieben Mittelstufenschüler*innen des Campus Hannah Höch den Zuschauer*innen mit auf den Weg. Bild: Björn Brodersen

An ihrem dreizehnten Geburtstag am 12. Juni 1942 schrieb Anne Frank ihren ersten Tagebucheintrag. Rund 80 Jahre später antworten ihr Schülerinnen des Campus Hannah Höch. Die Zehntklässlerinnen der Reinickendorfer Gemeinschaftsschule haben im vergangenen Dezember das ehemalige deutsche Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau sowie das jüdische Viertel von Krakau besichtigt und dabei jeweils selbst ein Tagebuch geführt. “Liebe Anne, ich kann immer noch nicht glauben, dass Menschen zu so etwas fähig sind”, beginnt einer der Texte. “Liebe Anne, ich halte es nicht mehr aus. Wie können Menschen so grausam sein?” fragt ein anderer. Aus ihren niedergeschriebenen Eindrücken von und Gedanken während der Gedenkstättenfahrt haben sieben der Teilnehmerinnen eine performative Ausstellung entwickelt. Die einmalige Vorführung fand kürzlich am Campus Hannah Höch statt. Knapp 30 Zuschauer*innen erlebten das berührende Stück. Die ganz in schwarz oder weiß gekleideten Darstellerinnen zeigten Bilder von ihrem Besuch des ehemaligen Konzentrationslagers und trugen in einer knapp halbstündigen Performance ausgewählte Tagebucheinträge von Anne Frank und von ihnen selbst vor.

Dass die Aufführung der Schülerinnen am Campus nicht früher stattfinden konnte, verhinderte Corona. Wegen der Pandemie war schon die regelmäßig vom Schulsozialarbeitsträger Aufwind e.V. organisierte Bildungsfahrt nach Auschwitz und Krakau zweimal hintereinander ausgefallen, bevor sie dann im vergangenen Dezember endlich wieder stattfinden konnte.

Erstmals nach zwei Jahren Pause fuhren die Campus- Schüler*innen auch wieder zum Gedenkstättentag in Lidice. Dort hatten am 13. Juni 1942 – also auch vor 80 Jahren – die Nazibesatzer ein Massaker unter den Einwohnern des Dorfes angerichtet. „Solche Bildungsfahrten sind wichtig“, betonte Campus-Schulleiterin Frau Ristow bei der Begrüßung der Zuschauer*innen der Ausstellung. „Gerade angesichts des Krieges und seiner schrecklichen Auswüchse in der nahen Ukraine.“ Nach der Performance hatten Mitwirkende und Gäste bei Kuchen, Keksen und Getränken die Gelegenheit, zu diskutieren, an Stellwänden die ausgedruckten Tagebucheinträge der Schüler*innen nochmal nachzulesen oder sich die Bilder von der Gedenkstättenfahrt anzusehen.

Björn Brodersen, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit am Campus Hannah Höch

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