Verkehrsinfarkt in Reinickendorf verhindern

Reinickendorf droht der Verkehrs-Infarkt. Nach jetzigem Planungsstand werden im Jahr 2021 die drei wesentlichen Verkehrsadern A111, S25 und U6 durch parallele Baumaßnahmen gleichzeitig stillgelegt. Schon heute sind sie überlastet. Von dem zu erwartenden Verkehrs-Chaos wären zehntausende Menschen aus dem Berliner Norden und dem angrenzenden Umland tagtäglich betroffen.

Der Vorsitzende der CDU-Fraktion Reinickendorf, Tobias Siesmayer, sagt dazu:

“Der aktuelle Planungsstand führt unweigerlich dazu, Reinickendorf und das nördliche Umland von der Berliner Innenstadt und dem Flughafen BER abzuschneiden und speziell in den Ortsteilen Heiligensee und Tegel und entlang der B96 einen Dauerstau zu produzieren. Die Konsequenzen für alle Berufstätigen, den Bus- und Bahnverkehr, Handwerker und Lieferanten sowie die betroffenen Anwohner wären katastrophal.”
Der verkehrspolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Eberhard Schönberg, ergänzt:

„Der „Masterplan Bauen und Verkehr“ wird erst im Jahr 2018 fertig. Es ist also noch Zeit, über entlastende Maßnahmen zu reden. Als Bezirk Reinickendorf wollen wir daher unsere Bedenken und Verbesserungsvorschläge unverzüglich mit in die Planung einbringen.“

Deshalb hat die CDU-Fraktion folgendes Paket mit 10 Anträgen am 10. Januar 2018 in die BVV eingebracht:

– Die Bernauer Straße muss ab Wasserwerk bis zum Hohenzollernkanal während der Baumaßnahmen wieder durchgehend vierspurig befahrbar sein. Sie ist neben der A111 die einzige belastbare Verbindung zwischen Reinickendorf und Spandau/Charlottenburg. Bei der Sanierung der A111 wird der gesamte Verkehr über die Bernauer Straße führen.

– Eine zweite, behelfsmäßige Brücke über den Hohenzollernkanal soll eine Staufalle an dieser Stelle verhindern.

– Es wird dem Bezirksamt empfohlen, mit dem Bezirksamt Pankow, den nordwestlichen Umlandgemeinden und dem Landkreis Oberhavel Gepräche darüber aufzunehmen, mögliche „Umfahrungen“ Reinickendorfs für die zahlreichen Pendler im ÖPNV und im Individualverkehr zu definieren.

– Außerdem soll während der Baumaßnahmen die Tarifzone B der S1 temporär auf die nächsten zwei Bahnhöfe in Brandenburg erweitert wird. Eventuell dadurch entstehende finanzielle Verluste der S-Bahn müssen durch den Senat und das Land Brandenburg ausgeglichen werden.

– Es soll sichergestellt sein, dass vor oder während der Bauarbeiten keine Hauptverkehrsstraßen zurückgebaut werden dürfen.

– Der alte Bernauer Heerweg soll zwischen Wittenauer Straße und Quickborner Straße geöffnet werden, um andere Ortsteile zu entlasten.

– Die Grundsanierung der A111 soll dazu genutzt wird, zwischen Landesgrenze und Anschlussstelle Waidmannsluster Damm die Fahrbahn um einen Standstreifen zu erweitern, um bei Verkehrsunfällen den Rettungskräften zu ermöglichen den Einsatzort schnell zu erreichen und Umleitungen des Verkehrs durch die Heiligenseer Wohngebiete künftig zu vermeiden.

– Es muss geprüft werden, ob die Ruppiner Chaussee für die Dauer der Baumaßnahmen an der A111 als Entlastungsstrecke genutzt werden kann.

Die CDU-Fraktion begrüßt ausdrücklich, dass endlich damit begonnen wird, die Verkehrsinfrastruktur in Reinickendorf zu sanieren und auszubauen. Allerdings hält die CDU es für absolut ungeeignet, alle drei geplanten Maßnahmen zeitgleich umzusetzen. Durch die Verschiebung der Grundsanierung der 13,3 km langen A111 zwischen Dreieck Charlottenburg und der Stadtgrenze vom Jahr 2014 auf das Jahr 2021 sowie den gleichzeitigen Sanierungs- und Ausbauarbeiten der an der U6 (Dammsanierung zwischen Kurt-Schumacher-Platz und Alt-Tegel) im Zeitraum von März 2020 bis Dezember 2021 und der S25 (zwischen Tegel und Schönholz) im Zeitraum Mai 2020 und Oktober 2021 werden drei unverzichtbare Verkehrsträger gleichzeitig lahmgelegt.

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