Pferderennen in Berlin-Hoppegarten:

PETA übt scharfe Kritik an Wettkampf und fordert ein Verbot des Pferderennsports in Deutschland

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Pferderennen sind Tierquälerei / Design: Dana Mulranen • Image: © Paul Smyres

Berlin / Stuttgart, 2. Oktober 2015 – Knochenbrüche, Stürze und Herzversagen: Morgen, am Tag der Deutschen Einheit, findet auf der Galopprennbahn in Berlin-Hoppegarten wieder ein Pferderennen statt. Für zahlreiche Pferde bedeutet dies, dass sie zu unnatürlichen Höchstleistungen gezwungen werden – ohne Rücksicht auf ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden. PETA Deutschland e.V. übt nun scharfe Kritik an dem unter der Dachmarke „German Racing“ ausgetragenen Wettkampf. Gravierende Sehnenschäden oder schwere Stürze sind im Pferderennsport ebenso an der Tagesordnung wie der Tod durch Herzversagen. Häufig führt der permanente Drill, dem die Pferde bereits im jungen Alter ausgesetzt sind, dazu, dass die Tiere schwere Knochenbrüche davontragen und noch auf der Rennbahn getötet werden oder zum Schlachter transportiert werden. Bundesweit sterben jedes Jahr Dutzende Pferde noch am Veranstaltungsort. Erst am 13. September wurde ein Pferd bei einem Rennen in Lebach nach einem Sturz erschossen. Die Tierrechtsorganisation setzt sich für ein konsequentes Ende des Pferderennsports in Deutschland ein.

„Tödliche Verletzungen werden bei Pferderennen von den Reitern und Veranstaltern billigend in Kauf genommen. Dabei wird systematisch gegen das Tierschutzgesetz verstoßen – denn es ist verboten, einem Tier Leistungen abzuverlangen, denen es nicht gewachsen ist“, so Peter Höffken, Kampagnenleiter bei PETA Deutschland e.V. „Die sensiblen Tiere werden zu ‚Rennmaschinen‘ degradiert und Wettgewinne stehen über dem Wohl der Tiere. Es ist völlig unverständlich, dass die Rennbahn eine solche tierquälerische Veranstaltung als „Kultevent“ bewirbt und damit den Tag der Deutschen Einheit feiern will.“

Pferderennen führen bei den Tieren oftmals zu erheblichem Leid: Allein im Zeitraum von 2011 bis 2013 mussten in Deutschland insgesamt mehr als 750 Pferde für den Galopp- und Trabrennsport ihr Leben lassen. Häufig gehen bereits zwei- oder dreijährige Pferde an den Start, obwohl sich die Tiere noch im Wachstum befinden. Die Folgen sind oftmals Sehnenschäden und Knochenbrüche, da das Skelett und die Sehnen noch nicht richtig ausgebildet sind. Im Galopprennsport sind rund 80 Prozent der Trainingsausfälle auf Lahmheit zurückzuführen. Das Wohl der Pferde spielt dabei meist keine Rolle. Zum Alltag von Pferden in der Rennindustrie gehört es, dass wiederholt mit der Peitsche auf sie eingeschlagen wird und sie durch den Einsatz von Zungenbändern, Ohrenstöpseln und Scheuklappen gefügig gemacht werden.

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