Islamismusexpertin Dantschke betont Bindungsarbeit mit radikalisierten jungen Menschen

image1„Hallo Mama und Papa, ich bin nur gegangen, damit Allahs Wort das Höchste ist“, spricht ein
junger deutscher IS-Kämpfer in Syrien lächelnd vor der Kamera. Mit dieser Szene beginnt
der Dokumentarfilm „Die deutschen Gotteskrieger – Töten und Sterben für Allah“, zu dem
Burkard Dregger, Wahlkreisabgeordneter Reinickendorf-Ost, am 17.03. ins „Füchse-Treff“
eingeladen hatte. Heute ist dieser IS-Kämpfer tot, gefallen als „Märtyrer“ im so genannten
Dschihad.
Was treibt junge Menschen in die Hände von islamistischen Extremisten? Wer sind
Drahtzieher in Deutschland? Wie rekrutiert der IS? Wie gefährlich sind Rückkehrer? Zu
diesen Fragen sprach die Islamismusexpertin Claudia Dantschke nach der Filmvorführung.
Sie leitet seit 2011 die Berliner Beratungsstelle „Hayat“, wo vor allem Eltern von
radikalisierten Jugendlichen und jungen Erwachsenen Hilfe suchen, und gilt als Kennerin der
Islamismuszene in Berlin. Laut Dantschke lassen sich junge Menschen stark durch das
Image verführen, das der IS inszeniert. So glaubt derjenige, der dazu gehört, groß, elitär und
mächtig zu sein. In der Arbeit mit radikalisierten jungen Menschen kommt es nach
Dantschke entscheidend darauf an, Bindungen zu schaffen. Diese jungen Leute suchen
entgegen dem Anschein weniger nach Religion als vielmehr nach emotional starken
Beziehungen und Bindungen. Daran ist in der Deradikalisierungsarbeit anzusetzen.
Dregger, der im Sommer 2014 das Berliner „Bündnis für Demokratie und gegen
Extremismus“ mit deutsch-arabischen Vereinen gründete, erklärt: „Es gibt viele muslimische
Vorbilder in Deutschland, das zeigt: Wir müssen jungen Menschen, die sich bemühen,
Chancen und Perspektiven geben. Wir müssen sie stärken und fördern, damit wir sie nicht
verlieren.“ Für Dregger ist aber auch klar: „Extremisten haben in unserer Stadt und unserem
Land keine Chance. Sie gehören nicht zu uns.“

 

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