Leserbrief zum Contra in der Ausgabe 09/2020

Liebes Redaktionsteam der Dorfzeitung,

in der September Ausgabe 2020 der Dorfzeitung hat Marco Käber von der SPD Stellung zur Streitfrage:  „Werden in Reinickendorf genug geförderte Wohnungen gebaut?“ genommen. Auf diese Stellungnahme bitte ich folgenden Leserbrief von mir zu veröffentlichen:

Als Leserin fragt man sich doch zugleich, wo denn der Wille des Regierenden Bürgermeisters Michael Müllers bleibt, in dieser Stadt für ausreichenden bezahlbaren Wohnraum zu sorgen! Die Wohnungspolitik der SPD seit 2007 kann man bei mittlerweile 200.000 fehlenden Wohnungen als desaströs bezeichnen. So muss man feststellen, dass aufgrund fehlerhafter Planungen zum Teil Wohnungen abgerissen und Geschosse rückgebaut wurden. Seit 2019 wurde vom SPD-geführten Berliner Senat mit der Verabschiedung des Mietendeckelgesetzes wissentlich Weichen gestellt, die INNERHALB KÜRZESTER ZEIT dazu geführt haben, dass der Wohnungsneubau um 40 Prozent zurückgegangen ist. Es ist ein Treppenwitz, wenn ausgerechnet ein SPD-Bezirksverordneter die Missstände der SPD nun anderen politischen Parteien unterjubeln will. Besonders befremdlich finde ich die immer wieder von der SPD, Linken und Grünen in dieser Stadt geführte Neiddebatte. Was sind Luxuswohnungen und warum soll es Menschen verwehrt bleiben, in schönen Wohnungen wohnen zu dürfen? Was viele nicht wissen: Balkone, Aufzüge und Hängetoiletten zählen bei der SPD bereits zu einer Luxusausstattung (siehe Berliner Milieuschutzverordnungen)! Gerade von einer Partei, die immer wieder die Vielfalt in den Vordergrund ihrer politischen Debatten stellt, sollte man erwarten dürfen, dass diese auch die Vielfalt der individuellen Wohnansprüche respektiert. In dieser Stadt leben viele Menschen, die gerne in schönen Wohnungen leben möchten und sich diesen „Luxus“ auch leisten möchten und können.

In einer Demokratie sollte ein Politiker sich davor bewahren, dem Souverän vorzuschreiben, wie dieser zu leben gedenkt.

Helga Haufe

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