Einsame Elefantin Maya in Berlin-Lichtenberg

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Elefantin Maya / © Aktionsbündnis Tiere gehören nicht zum Circus

PETA erstattet Anzeige und fordert Beschlagnahme aus Zirkus

Berlin / Stuttgart, 14. Juni 2016 – Herdentier in Einzelhaft: Die zwei Elefanten Maya und Nanda des Circus Busch sorgten in den letzten Monaten für Schlagzeilen in Berlin. So wurde bei einem „Freigang“ im April der Bahnverkehr in Pankow gestört, Passanten berichteten wiederholt von freilaufenden Elefanten. In der vergangenen Woche wurde eines der beiden Tiere – die fast blinde Nanda – vom Zirkus in den Zoo Karlsruhe abgeschoben, weil sie für Manegenauftritte nicht mehr fit genug ist. Der soziale Kontakt zu Artgenossen zählt bei Elefanten jedoch zu den elementarsten Bedürfnissen. Laut den behördlichen Richtlinien, den „Leitlinien für die Haltung, Ausbildung und Nutzung von Tieren in Zirkusbetrieben oder ähnlichen Einrichtungen“, herausgegeben vom Bundesagrarministerium, dürfen weibliche Elefanten nicht einzeln gehalten werden. PETA hat daher in dieser Woche Anzeige beim Lichtenberger Veterinäramt gegen die Zirkus-Verantwortlichen erstattet und die Herausnahme von Maya aus dem Zirkus gefordert. Neben der Tierschutzproblematik stellt der Elefant auch ein Sicherheitsrisiko dar. Maya leidet in Folge der Bedingungen im Zirkus an schweren Verhaltensstereotypien. Vor einem Jahr tötete ein einzeln gehaltener Elefant mit ebenfalls schweren Verhaltensstörungen im baden-württembergischen Buchen einen 65-jährigen Passanten. Die Tierrechtsorganisation hat der Berliner Behörde eine Vermittlung der Elefantendame Maya in einen ausgewählten Zoo angeboten.

„Der soziale Kontakt zu Artgenossen ist das Wichtigste im Leben eines Elefanten. Dass der Zirkus die eng verbundenen Maya und Nanda getrennt hat, zeugt von der Rücksichtslosigkeit der Verantwortlichen. Wenn ihnen das Wohl der Tiere wirklich am Herzen läge, hätten sie beide Tiere gemeinsam in einen Zoo gegeben“, so Wildtierexperte Peter Höffken, Fachreferent für Tiere in der Unterhaltungsbranche bei PETA.

Angeblich plant der Zirkus innerhalb eines nicht näher definierten Zeitraums eine Zusammenführung mit einem anderen Elefanten. Zum einen ist es jedoch fraglich, ob Maya überhaupt einen fremden Elefanten in ihrer Nähe duldet. Zum anderen sind Absichtserklärungen in der Zirkusbranche stets mit einem Fragezeichen behaftet – Ankündigungen werden erfahrungsgemäß oftmals nicht umgesetzt.

PETA fordert ein grundsätzliches Verbot von Tieren im Zirkus. Die Unterbringung in kleinen Gehegen, die ständigen Transporte sowie die von Gewalt und Zwang geprägte Dressur führen zu Verhaltensstörungen, Krankheiten und oftmals zu einem frühen Tod. Bezüglich exotischer Wildtierarten wie Elefanten, Tiger oder Affen sprechen sich auch die Bundestierärztekammer und der Bundesrat für ein Verbot aus, ebenso wie die Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland. Einer repräsentativen forsa-Umfrage vom Mai 2014 zufolge vertreten 82 Prozent der Deutschen die Auffassung, dass Wildtiere nicht artgerecht im Zirkus gehalten werden können. 18 europäische Länder wie beispielsweise Belgien, Österreich, die Niederlande und Griechenland haben bereits bestimmte oder alle Tierarten im Zirkus verboten.

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