Stauf´s Kolumne Oktober 2015

Verraten und verkauft ! … So müssen sich die Flüchtlinge vor dem Landesamt für Gesundheit und Soziales in der Moabiter Turmstraße vorgekommen sein, als sie im August diesen Jahres bei brütender Hitze tagelang vor dem Gebäude im Freien kampierten und es von staatlicher Seite aus so gut wie keine Verpflegung und ärztliche Hilfe gegeben hat. Wochenlang ruhte die Last der Versorgung der Flüchtlinge auf freiwilliger privater Hilfe, die dann hinsichtlich der Zubereitung von Mahlzeiten zeitweise auch noch von obrigkeitlicher Stelle massiv behindert wurde. Zwischendurch wurde der Ruf laut, dass man das Technische Hilfswerk mit seinen Ressourcen einschalten müsse, aber man wollte von ganz oben den Einsatz des THWs deswegen nicht, weil der Eindruck hätte entstehen können, dass es sich bei der Vielzahl der zu versorgenden Flüchtlinge um einen „Notfall“ gehandelt hätte. Lag bzw. liegt denn hier etwa kein Notfall vor? Komisch ist nur, dass in Bayern das THW in der Flüchtlingshilfe sehr erfolgreich tätig ist und ohne Eitelkeiten der Regierenden gerufen worden war. Es ist beschämend und es ist eine Schande, wie sich Regierender Bürgermeister und Senat insbesondere aber Christian Hanke als Bürgermeister von Berlin-Mitte durch Nichtstun und unerträgliche Laberei hervorgetan haben. Hunderttausende haben sich das alles in der Berliner Abendschau ansehen müssen.  Aber verraten und verkauft muss man sich auch als „Native German“ in der Stadt vorkommen, wenn man z.B. einen Termin beim Bürgeramt haben möchte. Ohne Anmeldung und monatelange Wartezeiten geht so gut wie nichts. (Für einen Termin zur Beantragung eines Personalausweises wartet man beispielsweise im Bürgeramt Heiligensee geschlagene zwei (!) Monate.) Fast wöchentlich berichtet die Medien darüber und was passiert: Nichts! Zu wenig Personal, zu teuer, kein Geld … ! Aber der Kulturbetrieb ist ja so ungemein wichtig! In die Renovierung der Deutsche Oper werden Millionen hineingesteckt, als ob es in der Stadt nur ein einziges Opernhaus gibt und … . Soll ich das jetzt fortsetzen? Besser nicht, es könnte nämlich sehr gut sein, dass ich kein Ende finde! Angesichts des völligen Versagens der Verantwortlichen, wenn es ausnahmsweise um direkte  Belange für die Bürger geht, und der damit verbundenen Schande und Scham, sehe ich mich gezwungen, den berühmten Satz von John F. Kennedy, den er 1963 den Berlinern zugerufen hat, um einen einzigen Konsonanten zu erweitern: Ich bin kein Berliner! Herzlichst IHR Ulrich Stauf

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