Sozialstadträtin initiiert Reinickendorfer „Einsamkeitsgipfel“

Einsamkeitsgipfel im historischen Rathaussaal. Bild: Bezirksamt Reinickendorf

Reinickendorfs Sozialstadträtin Emine Demirbüken-Wegner (CDU) will „Strategien entwickeln, wie mit dem Thema Einsamkeit seitens der Gesellschaft und staatlichen Institutionen künftig umgegangen werden muss“. Soziale Isolation und Einsamkeit seien mittlerweile zu einer gesellschaftlichen Herausforderung geworden. Deshalb initiierte Demirbüken-Wegner einen Fachtag zum Thema Einsamkeit, der am Freitag,
16. Dezember 2022 im Rathaus Reinickendorf stattfand.

Berlin gilt als „Hauptstadt der Einsamkeit“: Jeder zehnte Berliner fühlt sich einsam und sozial isoliert. Während der Corona-Pandemie hat die Häufigkeit von Einsamkeitsgefühlen noch einmal zugenommen. Hochkarätige Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Praxis nahmen die Einladung der Stadträtin dankend an und hielten Vorträge zum Thema „Einsamkeit hat viele Gesichter“. 

Großes Fazit: Mit der Thematik Einsamkeit muss sich auf gesellschaftlicher, aber auch politischer Ebene intensiver beschäftigt werden. Einsamkeit ist eine Unterform von Stress, welcher zu diversen Krankheiten führt. Darunter fallen Depressionen und Angstzustände, Bluthochdruck, koronare Gefäßerkrankungen und viele mehr. Fachexpertinnen und
-experten sprechen sogar von „Einsamkeitssterblichkeit“.

Dirk Buchwitz, Leiter des Fachbereichs Senioren: „In den nächsten Jahren sieht sich unser Fachbereich vor der Herausforderung, das Öffentlichkeitsbewusstsein durch eine Vielzahl an Maßnahmen zu fördern. Das Thema Alterseinsamkeit wird in besonderem Maße in unsere Arbeit integriert. Wir werden mit den Menschen sprechen und uns Experten an die Seite holen – nicht nur zu Fachtagungen, sondern auch zu anderen Gesprächsrunden.“

Bezirksstadträtin Demirbüken-Wegner: „Es müssen Strukturen geschaffen werden, die weit über eine gewisse Art der ‚Eintagsfliegen-Beschäftigung‘ hinausgehen. ‚Einsamkeit‘ ist unabhängig von Alter und Geschlecht in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Neben einer sensiblen Aufklärung und Kommunikation sollten administrative Strukturen geschaffen werden. Beispielsweise hat Japan ein Einsamkeits-Ministerium eingeführt, England ist diesem Beispiel gefolgt. Diesen Vorreitern könnten wir nacheifern, um die Einsamkeit nicht nur zu bekämpfen, sondern auch vorzubeugen.“ Die nächste Fachtagung „Einsamkeitsgipfel“ ist für Dezember 2023 geplant.

Hintergrundinformation:

Es referierten: Prof. Dr. med. Mazda Adli, Chefarzt der Fliedner Klinik Berlin und Leiter des Forschungsbereichs Affektive Störung, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, CCM, Charité – Universitätsmedizin Berlin, Dr. med. M.A. Adak Pirmorady, Ambulanzleitung CBF, Psychoanalytikerin, Fachärztin für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Charité – Universitätsmedizin Berlin, Vorstandsvorsitzende der europäischen Künstlergilde, Prof. Dr. med. Dr. h.c. Jalid Sehouli, Direktor der Klinik für Gynäkologie mit Zentrum für onkologische Chirurgie, Charité – Universitätsmedizin Berlin, Prof. Dr. phil. Mariam Hartinger, Präsidentin der IB Hochschule für Gesundheit und Soziales sowie Elke Schilling, Gründerin und 1. Vorsitzende von Silbernetz e.V. Die Künstlerin Alice Gericke begleitete die Veranstaltung mit einer Ausstellung ihrer Bilder am Veranstaltungsort. 

An der anschließenden Diskussionsrunde nahmen auch Ehet Yenice, Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie, und Dirk Buchwitz, Leiter des Fachbereichs Senioren, teil.

Bezirksamt Reinickendorf

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