Stauf´s Kolumne März

Liebe Leser, erinnern Sie sich noch? Ende Januar gab es eine Meldung, dass ein Flüchtling aus Syrien tagelang krank vor dem LaGeSo gestanden habe und schließlich auf dem Weg ins Krankenhaus im Rettungswagen an einem Herzstillstand gestorben sei. Das ganze entpuppte sich innerhalb eines Tages als eine bewusste Falschmeldung erster Güte, die ein entnervter Helfer von „Moabit Hilft“ ins Netz und auf Facebook eingestellt hatte. Bemerkenswert waren die Reaktionen darauf: Während  v o r  der Aufdeckung der Wahrheit seitens einer Sprecherin der Organisation harsche Kritik an Sozialsenator Czaja geübt wurde, verfiel „Moabit-Hilft“ danach in eine Schreckstarre verbunden mit Selbstzerfleischung über die ach so falsche  Meldung … man könne ja keinem Helfer mehr trauen und aus „Moabit Hilft“ würde „Moabit Lügt“ werden usw. . Innensenator Henkel ergriff die Chance und goss literweise Öl ins Feuer mit seiner Äußerung „Dieses ist eine der miesesten und perfidesten Aktionen, die ich jemals erlebt habe.“ HALT! Ich frage, wie niederträchtig und schäbig verhalten sich die Verantwortlichen des Senats, wie miese ist das denn, wenn sie monatelang im LaGeSo Bedingungen für die Menschen dulden, die durchaus dieses gefakete Szenario als realistisch erscheinen ließen und die Flüchtlinge den neuesten Meldungen zufolge sogar hungern lassen, weil sie es nicht fertig bringen, Hilfsgelder auszuzahlen? Und wieso lässt sich Moabit-Hilft so sehr in die Büßerrolle für die Falschmeldung drängen, übernimmt doch genau diese Organisation die Aufgaben,  die die öffentliche Hand zu übernehmen hätte ? Gibt es in Berlin etwa kein Technisches Hilfswerk mit Gulaschkanonen? Wieso können die Bayern das und wir nicht in Berlin?
Sicher ist die bewusste Falschmeldung alles andere als korrekt gewesen. Darüber brauchen wir nicht zu debattieren. Aber die Reaktionen darauf, insbesondere von politischer Seite, waren wie dargestellt ebenfalls nicht ganz ohne. Interessant wird es, wenn wirklich der erste Flüchtling wegen der unsäglichen Zustände am LaGeSo den Tod erleidet. Wem wird dann die Schuld zugeschoben? Ich habe da aber schon eine Idee für euch, liebe Politiker: Am besten dem Flüchtling selbst, denn er hätte ja in seinem Heimatland bleiben können … .
Herzlichst IHR Ulrich Stauf

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