Stauf´s Kolumne Dezember 2015

Angesichts der unübersehbar vielen Flüchtlinge aus islamischen Ländern sind mir bei Recherchen zu diesem Thema zwei bemerkenswerte Beiträge besonders aufgefallen, die sich damit befassen, warum sich muslimische Frauen mit einem Kopftuch oder auch komplett bis auf die Augen mit einem Niqab bedecken. Der erste ist von einer Muslimin in Form eines offenen Briefes. Hier die Kurzfassung:„Warum ich das Kopftuch trage? Mit meiner Bedeckung möchte ich keineswegs provozieren oder auffallen. Ich trage es deshalb, weil ich damit unter anderem meinen Respekt gegenüber anderen Frauen äußern möchte. Zu Beginn ist es schwer zu verstehen, doch ergibt es Sinn für jeden, der tiefgründig darüber nachdenkt: Nehmen wir an, dass eine Frau über einen längeren Zeitraum mit ihrem Freund/Mann eine Beziehung führt. Diese beiden steigen in eine Bahn. Stell dir vor, ich würde mich mit einer Hotpants bekleidet und mit tiefem Ausschnitt und gemachten Haaren und Make-up gegenüber ihren Mann setzen und seine Blicke treffen mich und meine Blicke treffen ihn. Mein Ausschnitt, meine Haare, alles für ihn wie auf einem Tablett serviert. Jetzt frage ich mich, welches Recht habe ich, so etwas seiner neben ihm sitzenden Frau anzutun? Wie fühlt sich eine liebende Frau, wenn ihr Mann eine andere mit Blicken förmlich berührt? Erniedrigung und Respektlosigkeit. Nun stell dir vor, ich komme bedeckt und in einer zurückhaltenden Farbe in die Bahn gestiegen und setze mich vor den beiden hin. Er schaut, doch er sieht nichts. Er sieht mir ins Gesicht, doch ich senke meinen Blick und erwidere seinen nicht. Er sieht nichts an mir. Seine Frau/Freundin sieht keine Konkurrentin in mir. Ich steige aus und er vergisst mich.“
Die zweite Beitrag sagt aus, dass sich die muslimische Frau allein für ihren Ehemann schön machen will und sich zu Hause in den eigenen vier Wänden natürlich ohne Kopftuch aufhält. Er kritisiert, dass im Gegenzug die westlich geprägte Frau für den Ehemann zu Hause unattraktiv gekleidet sei und dass dieser außerhalb der eigenen vier Wände jederzeit, zumindest auf dem ersten Blick eine schönere finden könne. Unter anderem spräche da die Scheidungsquote von rd. 50% der geschlossenen Ehen für sich. Und es wird die Frage gestellt, für wen sich verheiratete Frauen bei uns im Westen eigentlich schön machen, wenn sie sich unbedeckt in der Öffentlichkeit aufhalten. Für ihren Mann oder (un)bewusst auch für andere Männer.Zugegeben, zwei Aussagen mit einigen Wahrheiten, die aber nur einen kleinen Teil der kulturellen Unterschiede zwischen Orient und Okzident widerspiegeln. Hier prallen Welten und Ansichten aufeinander. Bleibt zu hoffen, dass es in Zukunft friedlicher wird als wie es bisher war. Brandanschläge auf Flüchtlingsunterkünfte sind auf das Schärfste zu verurteilen aber auch Betrügereien gegenüber Onlineverkäufern. Abschließend wünsche ich Ihnen, liebeLeser, eine besinnliche Weihnachtszeit und ein gutes neues Jahr 2016. Bleiben Sie der Dorfzeitung und bleiben Sie mir gewogen. Herzlichst IHR Ulrich Stauf

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