Girls’ and Boys‘ Day: Auf beruflicher Schnuppertour im Rathaus

Begrüßung im historischen Ratssaal mit dem Bezirksamtskollegium. Bild: Bezirksamt Reinickendorf

Frauen waren Bundeskanzlerin, sind Präsidentin der Europäischen Union oder wie jetzt in Reinickendorf Bürgermeisterin. Doch männliche Erzieher in den Kitas oder weibliche Ingenieure auf Deutschlands Baustellen sind längst keine Normalität. Berufsklischees und althergebrachte Rollenbilder schrecken noch zu oft Mädchen wie Jungen davon ab, ihren Traumberuf wirklich zu ergreifen. Der Girls’Day und Boys’Day soll dies ändern und bot heute auch im Rathaus Reinickendorf die Chance, Berufe und Studienfelder kennenzulernen, die Schülerinnen und Schüler sonst eher selten für sich in Betracht ziehen.

Bezirksbürgermeisterin Emine Demirbüken-Wegner (CDU) und ihr Stadtratskollegium hatten 13 Mädchen und 5 Jungen eingeladen, bei diesem Schnuppertag im Rathaus einmal hinter die Kulissen der Bezirksverwaltung zu schauen und ihre Fragen direkt bei den Entscheidern anzubringen. Sieben Mädchen waren z.B. der Einladung der Bürgermeisterin gefolgt. Ein Mädchen lernte bei Bildungsstadtrat Harald Muschner (CDU) den Alltag einer Schulhausmeisterin an der Ringelnatz-Grundschule kennen. Bei Umweltstadträtin Julia Schrod-Thiel (CDU) wurde ein Insektenhotel gebaut. Jugendstadtrat Alexander Ewers (SPD) brachte seinem Jungen-Trio u.a. die Sozialarbeit im Jugendfreizeitzentrum Centre Talma und die Jugendgerichtshilfe nahe.  

„Mädchen brauchen starke Vorbilder – vor allem in den Chefetagen. Nur auf jeder vierten Professorenstelle sitzt eine Frau, nur jede fünfte Hochschule wird von einer Frau geleitet. Andererseits ist es gut, dass wir auch Jungen ermutigen, sich für sogenannte feminisierte Berufe, etwa im Sozial- oder Erziehungsbereich, zu interessieren“, sagt Bezirksbürgermeisterin Emine Demirbüken-Wegner.

Zur Begrüßung und zur abschließenden Feedbackrunde im historischen Ratssaal kamen Schüler und Lokalpolitiker schnell ins Gespräch. Zwei Mädchen äußerte dabei ihre Ambitionen, einmal selbst in die Politik einzusteigen. „Dafür gebe ich euch einen guten Rat“, so Emine Demirbüken-Wegner. „Politik ist eine Berufung. Erarbeitet euch zuvor durch eine gute und abgeschlossene Berufsausbildung die nötige Unabhängigkeit.“ Mit Augenzwinkern fügte sie hinzu: „Warum nicht bei uns im Rathaus? Auch wir brauchen dringend Nachwuchs.“

Bezirksamt Reinickendorf

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