Leserbrief September 2015 „Einteilung der Tarifgebiete“

Sehr geehrte Damen und Herren,
in einer früheren Ausgabe der „Dorfzeitung“ wurde über das Parken von Autos aus dem Umland gerade an den Bahnhöfen Hermsdorf und Frohnau berichtet. Wenn ich mich recht
erinnere wurde überlegt, ob man nicht die S-Bahn dazu bewegen könnte, den Fahrbereich „B“ in Richtung Oranienburg auszudehnen, damit die dortigen Bewohner nun nicht mehr unbedingt zu diesen beiden Bahnhöfen fahren und über Tag dort ihre Fahrzeuge abstellen.
Das Wesen dieser beiden mehr oder weniger „dörflichen“ Bahnhöfe hat sich völlig verändert, Hermsdorf ist zudem Endhaltestelle von zwei Bussen aus dem Norden und Nordwesten kommend geworden. Was
ist aus der o.g. Idee geworden? Ich wohne seit 1999 in Hermsdorf, wo es im Vergleich zu heute verhältnismäßig beschaulich zuging. Der „Speckgürtel“ Berlins – wie allein hat sich Glienicke verändert! –
wurde massiv bebaut, verkehrstechnisch ist alles beim Alten geblieben, so daß nun der Hermsdorfer Damm und die B96 massiv frequentiert sind. Gerade Glienicke hätte an ein Schienennetz angebunden werden müssen. Daher wäre die Verteilung parkender Brandenburger auf Bahnhöfe in Brandenburg
eine gute Idee. Mit freundlichen Grüßen
Fischer

 

Sehr geehrte Frau Harms,
vielen Dank für die Übermittlung des Leserbriefs. Der Wunsch, die Einteilung der Tarifgebiete zu ändern, wird immer wieder an die Verkehrsunternehmen und den Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB)
herangetragen und ist aus Sicht der Fahrgäste auch nachvollziehbar.

Allerdings gehen wir davon aus, dass eine Verschiebung der Tarifgrenze auf dem nördlichen Streckenabschnitt der Linie S1 – z.B. nach Hohen Neuendorf –
das dargestellte Problem der Parkplatzsituation nur verlagern würde.
Pendler würden dann dazu animiert, verstärkt nach Hohen Neuendorf zu fahren, um ihr Fahrzeug dort abzustellen, was im Einzugsbereich des Bahnhofs Hohen Neuendort zu einer angespannteren Parkplatzsituation führen könnte.

Die Deckungsgleichheit zwischen Berlin AB und dem Land Berlin als eindeutige, nachvollziehbare Tarifgrenze gegenüber den Umlandkreisen ist in der Kommunikation des VBB-Tarifs ein großer Vorteil. Die Einführung gewisser Ausnahmen wäre prinzipiell zwar möglich, könnte aber sehr leicht Begehrlichkeit wecken. Welche Ausnahmeregelung zugelassen würde und welche nicht, würde dann sehr willkürlich erscheinen. Deshalb sehen wir aus fachlichen Gründen eine Umsetzung als schwierig und inhaltlich nur als schwer zu rechtfertigen an. Wir sind aber gerne dazu bereit, das Thema in die Fachgremien des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg mit einzubringen.

Mit freundlichen Grüßen

Daniel Busch

Kundenbetreuung
S-Bahn Berlin GmbH

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