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Workshop des Bürgervereins in der Gartenstadt Frohnau

Workshop des Bürgervereins in der Gartenstadt Frohnau Zukunftsfähiges Gesamtverkehrskonzept für Frohnau gefordert!

Am 17. Oktober 2018 fand im Centre Bagatelle unter Beteiligung zahlreicher Frohnauerinnen und Frohnauer der 1. Workshop des Bürgervereins für ein Gesamtverkehrskonzept für den Ortsteil statt.

Im Rahmen der Veranstaltung wurde deutlich, dass Frohnau durch sein bereits in der Gründungsphase vorausschauend geplantes Verkehrskonzept ein großes Potenzial besitzt: Das Wegenetz sichert eine gute Erreichbarkeit der zentralen Plätze mit ihren Nahversorgungseinrichtungen, die S-Bahnanbindung ist leistungsfähig und die interne Erschließung wird durch zwei Buslinien ergänzt. Der motorisierte Durchgangsverkehr durchquert den Ortsteil nur am Rand.

Diese ursprünglichen Qualitäten werden aber zunehmend gefährdet: Insbesondere durch den sich ständig verschlechternden Zustand der Straßen, neue Mobilitätsbedürfnisse infolge des demographi- schen Wandels, eine unzureichende Erschließung durch den öffentlichen Nahverkehr in den Randlagen des Ortsteils und den verkehrlichen Druck aus dem sich immer mehr verdichtenden Umland. Belastun- gen mit Durchgangs-, Ziel- und Parkraumsuchverkehr nehmen zu.

Frohnau braucht deshalb neue Mobilitätskonzepte, um seine Qualität nachhaltig für Alle zu sichern.

Vor diesem Hintergrund erörterten die 50 Teilnehmer des Workshops in sechs Gesprächsgruppen eige- ne Erfahrungen zur Verkehrssituation in Frohnau und formulierten Schwachstellen und Verbesserungs- vorschläge, die anschließend vorgestellt und diskutiert wurden.

Im Rahmen der Debatte wurden Fragen des Fahrradverkehrs, des S-Bahnanschlusses, der Parkraumsitu- ation sowie der Erschließung durch Busse behandelt. Auch Einzelpunkte wie unübersichtliche Kreu- zungssituationen und fehlende Ampeln wurden angesprochen. Großer Konsens der Anwesenden be- stand hinsichtlich der zentralen Forderungen an ein Gesamtverkehrskonzept.

Hier seien als Ergebnisse herausgestellt:

  • Die Einwohner wünschen mehr Transparenz: Der Bürgerverein wird sich für bessere Informationenüber laufende Planungen von Bezirk, Senat und Verkehrsbetrieben engagieren.
  • Die Einwohner wollen einbezogen werden: Nur gemeinsam sind die Qualitäten Frohnaus zu erhalten und die Interessen des Ortsteils nach außen zu vertreten. Der Bürgerverein wird den Bürgerdialog durch weitere Veranstaltungen und die Schaffung von Arbeitsgruppen konkretisieren.
  • Frohnau muss eine wahrnehmbare Stimme entwickeln: Der Bürgerverein wird sich für eine Vertre- tung des Ortsteils in bestehenden oder geplanten Gremien zu Fragen der Mobilität in Reinickendorf und in Berlin einsetzen (z.B. MobilitätsRat/FahrRat).
  • Verkehrsprobleme in Frohnau sind nur übergreifend zu lösen: Die lokalen Fragestellungen sind in die Gesamtberliner Debatte über Mobilität einzubetten. Der Bürgerverein wird sich zudem für den intensiveren Austausch mit dem Umland einsetzen. Die Verbesserung der Anbindung des Umlandes ist ein Schlüssel zur Entlastung Frohnaus.
  • Das Bussystem in Frohnau ist weiterzuentwickeln: Es muss im Takt verdichtet und mit dem Umland besser vernetzt werden, um gegenüber dem Autoverkehr attraktiver zu werden. Zur Erschließung der Ortsrandlagen sind innovative Mobilitätskonzepte (z.B. Rufbusse) zu prüfen. Frohnau sollte sich um Einbeziehung in Berliner Modellprojekte bemühen.
  • Die S-Bahn als Rückgrat der Frohnauer Mobilität ist zu stärken: Angesichts der wachsenden Nach- frage sind Planungen zur Umlandanbindung im 10-Minuten-Takt, zur Schaffung eines zweiten Bahn- hofszugangs und zur Ausdehnung des Berliner Tarifgebietes zu intensivieren.
  • Die Parkraumsituation an den Plätzen ist besser zu organisieren: Dabei müssen die unterschiedli- chen Interessenlagen von Anliegern, Kunden, Lieferanten und Pendlern ausbalanciert berücksichtigt werden. Ein Parkraumkonzept ist für sich genommen aber kein Allheilmittel, sondern kann nur ein Baustein in einem umfassenden Verkehrskonzept zur Entlastung der beiden zentralen Plätze sein.
  • Fahrradnutzung hat ein großes Potenzial zur Vermeidung von Autoverkehren – innerhalb Frohnaus und in Vernetzung mit seinem Umland. Dazu müssen jedoch die unzureichenden Abstellmöglichkei- ten am Bahnhof verbessert und Zuwegungen durch Frohnau und zu öffentlichen Einrichtungen, ins- besondere zu den Schulen, für den Radverkehr aufgewertet werden. Schlaglochpisten und überfüllte Fahrradständer schrecken ab!
  • Der Zustand von Fahrbahnen und Bürgersteigen ist insgesamt zu verbessern: Zur Sicherung der Nutzbarkeit durch Anliegerfahrzeuge und Versorger sowie durch Radfahrer und Fußgänger – insbe- sondere in Hinblick auf Barrierefreiheit – sind Investitionen dringend notwendig und überfällig.
  • Die Querbarkeit der B96 ist zu optimieren. Angesichts der zunehmenden Verflechtung zwischen Glienicke und Frohnau ist ein neuer geregelter Übergang in Höhe des Edelhofdamms anzustreben.

 

Die Ergebnisse des Workshops fließen in die Erarbeitung eines Gesamtverkehrskonzeptes ein, das als Basis für den Austausch mit Politik und Verwaltung dienen soll. Ziel des Bürgervereins ist es, den Dialog über neue Ideen zu intensivieren, um die Potenziale und Qualitäten Frohnaus nachhaltig zu sichern, Belastungen zu reduzieren und Mobilitätsangebote in Hinblick auf alle Verkehrsträger zu verbessern. Über Pressemitteilungen, auf seiner Homepage und im Infokasten am Ludolfinger Platz wird über die Verkehrsthematik sowie deren Einbindung in andere vom Bürgerverein verfolgte Themen informiert.

  • Die Frohnauerinnen und Frohnauer sowie interessierte Bürger aus den benachbarten Ortsteilen und Umlandgemeinden sind eingeladen, sich in Form von weiteren Anregungen oder durch die Mitarbeit in einzelnen Projekten und Arbeitsgruppen einzubringen.Interessenten können sich jederzeit beim Bürgerverein melden:

    – frohnauer-buergerverein@web.de
    – https://www.frohnauer-buergerverein.com/kontakt

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