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Stauf´s Kolumne September 2015

WOW!!! Jetzt hat es uns in Heiligensee mit den Auswirkungen eines WKII – Fliegerbombenfunds in Stolpe-Süd endlich auch einmal erwischt. Was für ein behördlicher Aufwand wurde da betrieben, den man sich anderweitig gerne gewünscht hätte? Die Autobahn wurde gesperrt, die S-Bahn in dem Bereich fuhr auch nicht, nur der Luftraum war offensichtlich keinen Restriktionen unterworfen worden. Und innerhalb eines Umkreises von sage und schreibe eintausend Metern mussten sämtliche Häuser geräumt werden. Mit anderen Worten: Über 3.300 Anwohner wurden von der Staatsmacht zwangsevakuiert. Und das wegen eine einzigen Bombe? War dieser „Sicherheitsabstand“ wirklich nötig? Wie viele Ängste spielen hier eine Rolle oder werden instrumentalisiert und wie viele Menschen lassen sich entsprechend davon im Handeln und Denken leiten? Wäre es in solchen Fällen nicht völlig ausreichend, nur innerhalb von 200 Metern komplett zu räumen und ab dort bis zu einem Umkreis von einem Kilometer die Anwohner zu verpflichten, bei geschlossenen Rollläden in ihren Häusern zu bleiben? Ich glaube, dass jeder Flüchtling aus unmittelbaren Kriegsgebieten, z.B. aus Aleppo in Syrien, über den deutschen Sicherheitswahn nur unverständlich den Kopf schütteln würde. Was hier stattgefunden hat, eine zwangsweise durchgeführte Evakuierung, kann zumindest im Ansatz in seiner Auswirkung durchaus mit einer Verhaftung gleichgesetzt werden und ist in meinen Augen alles andere, nur nicht verhältnismäßig. Wieso tritt hier der Staat so massiv auf und bedient sich des gesamten Instrumentariums der Reglementierung (und wenn man so will auch des der Drangsalierung) des Bürgers, begründet mit Über-Über-Übervorsicht, während – um nur ein Beispiel zu nennen – jahrelang im Görlitzer Park mit Drogen aller Art gedealt werden konnte. Erst durch einige vor wenigen Wochen medienwirksam aufbereitete Polizeieinsätze gelang es, die Dealer aus dem Park zu vertreiben. Ergebnis: Die Drogenszene habe sich, so tönte es aus „betroffenem“ Politikermund, lediglich verlagert. Jetzt wird eben vor dem Park munter weiter gedealt … . Wo bleibt denn hier die allherrliche Staatsmacht zum Schutz der Gesellschaft, vor allem der der Kinder? Wieso werden denn nicht die Dealer verhaftet, abgeurteilt und wenn es sich um Ausländer handelt, nach Verbüßung der Strafe abgeschoben, anstatt sie laufen zu lassen, damit sie spätestens am nächsten Tag wieder weiter Extasy, Heroin oder Crystal Meth verkaufen können. Das sind Fakten! An einer mangenden Gesetzeslage liegt es doch wohl nicht, oder? Den Politikern sei ins Pflichtenheft geschrieben, „Ganz Großes Kino“ bei jedem Bombenfund zu veranstalten und so dem Bürger Sicherheit vorzugaukeln reicht nun wirklich nicht (mehr)! Herzlichst IHR Ulrich Stauf

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