
Ein Ausweis, ein Ticket, eine Karte: Berlin führt im zweiten Schulhalbjahr einen Schülerausweis ein, der zugleich als kostenloses Nahverkehrsticket genutzt werden kann. Damit werden zwei bislang getrennte Dokumente zusammengeführt. Der Ausweis gilt als Schülerticket Berlin AB, ein zusätzlicher Antrag der Eltern auf die Fahrberechtigung bei der BVG entfällt.
Alexander Schulte, amtierender Schulleiter des Heinz-Berggruen-Gymnasiums, berichtet bei der offiziellen Vorstellung am 9. September in Westend von Entlastung: „Der neue Schülerausweis ist für uns als Schule eine echte Entlastung, insbesondere für unser Sekretariat. Die notwendigen Daten liegen mit der LUSD ohnehin vor, da ist es nur konsequent, sie auch für dieses Verfahren zu nutzen. Auch die Rückmeldungen unserer Schülerinnen und Schüler und der Eltern sind durchweg positiv. Wir sind sehr froh, die Einführung als Pilotschule hautnah mitzuerleben, unsere Erfahrungen einzubringen und so zur Weiterentwicklung des Verfahrens beizutragen.“
Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch sagte: „Mit dem neuen Schülerausweis machen wir Digitalisierung im Berliner Schulalltag ganz konkret nutzbar. Wir führen zwei bislang getrennte Dokumente zusammen, vereinfachen Abläufe und reduzieren Bürokratie.“
Verkehrssenatorin Ute Bonde nannte den Ausweis einen Meilenstein in Sachen Bürokratieabbau: „Dies erleichtert den Alltag der Schülerinnen und Schüler sowie der Eltern wesentlich, weil Schülerausweis und Nahverkehrsticket auf einer Karte zusammengeführt und gleichzeitig Hunderttausende Plastikkarten eingespart werden.“
Für BVG-Vertriebsleiter Michael Beer ist das Projekt „ein gutes Beispiel dafür, wie Digitalisierung ganz konkret Bürokratie abbauen und den Zugang zum Nahverkehr einfacher machen kann.“
Zehn Schulen erproben das Verfahren
Derzeit wird das neue Verfahren an zehn Berliner Schulen mit bis zu 7.000 Schülerinnen und Schülern erprobt. Nach der Ausweitung auf alle Schulen ist auch ein freiwilliges App-basiertes Angebot für einen digitalen Schülerausweis vorgesehen.
Diese zehn Pilotschulen nutzen bereits jetzt den neuen Schülerausweis: Immanuel-Kant-Gymnasium, Heinz-Berggruen-Gymnasium, Kopernikus-Schule, 12. Gymnasium Lichtenberg (Neubau), Schule am Tierpark, Maria-Leo-Grundschule, Mühlenau-Grundschule, Hasengrund-Schule, Nelson-Mandela-Schule und die Ottfried-Preußler-Grundschule in Heiligensee.
Grundlage sind die vorhandenen Stammdaten in der LUSD, der Lehrkräfte-Unterrichts-Schul-Datenbank. Auf dieser Basis können die Ausweise künftig zentral produziert werden. Herstellung und Versand an die Schulen übernimmt die BVG. Das schafft ein einheitliches Verfahren und reduziert den bisherigen Aufwand bei der Ausstellung.
DZ