
Seit Dienstag leuchten auf dem Boden mehrerer Berliner U-Bahnhöfe große pinkfarbene Flächen. Wer sie zum ersten Mal sieht, rätselt, wozu sie gut sind. Hinter den Flächen steckt ein Versuch der Berliner Verkehrsbetriebe. Unter dem Namen Pink*Zone markiert die BVG seit Dienstag den Boden rund um ihre Notruf- und Informationssäulen, damit Fahrgäste die Hilfe-Punkte schneller finden. PINK steht dabei für „Punkt für Information, Notruf und Kontakt“, das Sternchen für alle.
Getestet wird an fünf Bahnhöfen: Alexanderplatz, Kurfürstenstraße, Britz-Süd, Walther-Schreiber-Platz und Osloer Straße. Die Markierung besteht aus einer auffälligen Bodenfolie mit gelben Pfeilen, SOS- und Info-Symbolen und dem Schriftzug „24/7 für dich da“. An den meisten Stationen ist sie pink, an der Kurfürstenstraße testet die BVG eine hellblaue Variante.
Viele kennen die Säulen nicht
„Sicherheit bedeutet nicht nur Technik und Personal, sondern auch Orientierung“, sagt BVG-Vorstandschef Henrik Falk. Es müsse auf einen Blick erkennbar sein, wo Unterstützung erreichbar sei. Das Problem: Viele Fahrgäste kennen die Säulen nicht oder nehmen sie im Alltag nicht wahr. Dabei sind sie überall. Rund 570 Notruf- und Informationssäulen stehen an 175 Berliner U-Bahnhöfen, mindestens zwei pro Bahnsteig. Wer sich unwohl fühlt oder Hilfe benötigt, erreicht über den roten Notrufknopf jederzeit direkt die Sicherheitsleitstelle der BVG: Die Mitarbeitenden sehen die Fahrgäste per Videoübertragung, können die Situation unmittelbar einschätzen, Unterstützung organisieren und bei Bedarf Videodaten sichern. Etwa 800 Meldungen gehen dort jeden Tag ein.
Jenny Zeller-Grothe, BVG-Vorständin Betrieb und Personal erklärt: „Die besten Lösungen entstehen gemeinsam mit unseren Fahrgästen. Deshalb testen wir verschiedene Farb- und Gestaltungskonzepte und möchten wissen: Was funktioniert im Alltag wirklich? Dieses Feedback fließt direkt in die Weiterentwicklung des Projekts ein.“ Über einen QR-Code auf der Markierung können Fahrgäste abstimmen, welche Farbe ihnen am besten hilft, und ihre Erfahrungen schildern. Auch wie gut die Folie dem Andrang auf den Bahnsteigen standhält, prüft die BVG in den kommenden Wochen. Nach rund drei Monaten will das Unternehmen auswerten und entscheiden, ob die Pink*Zone berlinweit kommt.
Was das für Reinickendorf heißt
In Reinickendorf klebt vorerst keine der Markierungen. Doch der Bezirk ist näher dran, als es scheint. Die U8 verbindet Wittenau, Rathaus Reinickendorf, das Paracelsus-Bad und den Franz-Neumann-Platz direkt mit der Osloer Straße und dem Alexanderplatz und damit gleich mit zwei der fünf Teststandorte. Wer also mit der U8 in die Innenstadt fährt, und dabei auf die U9 oder die U5 umsteigt, läuft künftig an einer Pink*Zone vorbei. Wird der Testlauf positiv bewertet, dürften die farbigen Flächen vermutlich auch nach dem Ende der Sanierung an den Bahnhöfen der U6 zwischen Alt-Tegel und Kurt-Schumacher-Platz angebracht werden.
Dorfzeitung Reinickendorf