Migrationsbeirat verurteilt Gewalt beim CSD und ihre politische Instrumentalisierung

Elf Mitglieder des Migrationsbeirats Reinickendorf stehen nebeneinander in einem Saal.
Die Mitglieder des Migrationsbeirats Reinickendorf haben am 9. März 2026 am feierlichen Fastenbrechen des Bezirks teilgenommen. Bild: © Bezirksamt Reinickendorf

Der Migrationsbeirat Reinickendorf hat eine Stellungnahme zu den tragischen Ereignissen beim vergangenen Berliner Christopher Street Day (CSD) veröffentlicht, auf welche mit tiefer Bestürzung, Trauer und Wut geblickt wird.

Ein Fest, das weltweit für Freiheit, Selbstbestimmung, Vielfalt und die Rechte der LGBTQIA+-Community steht, wurde durch einen feigen Gewaltakt erschüttert. Die Gedanken und das tiefste Mitgefühl gelten den Opfern, ihren Angehörigen und der gesamten queeren Community.

Unmissverständliche Distanzierung von islamistischer Gewalt

Der Migrationsbeirat distanziert sich auf das Schärfste von dieser Tat und jeder Form des religiösen Extremismus.

Islamismus ist keine Glaubensform, sondern eine menschenfeindliche Ideologie, die die Fundamente einer freien und offenen Gesellschaft bekämpft. Gewalt und Fanatismus stehen im absoluten Widerspruch zu den Werten von Respekt, menschlicher Würde und friedlichem Zusammenleben. Wer im Namen einer Religion Hass sät und Menschen angreift, spricht weder für den Migrationsbeirat noch für die Millionen friedlichen Muslime und Menschen mit Migrationsgeschichte in dieser Stadt.

Entschiedener Einspruch gegen die Instrumentalisierung durch die AfD

Gleichzeitig verurteilt der Migrationsbeirat aufs Schärfste die Art und Weise, wie rechtsextreme Kräfte und allen voran die AfD diese abscheuliche Tat bereits wenige Stunden später für ihre eigenen politischen Zwecke instrumentalisieren.

Noch bevor die Opfer versorgt und die Ermittlungen abgeschlossen sind, nutzen Funktionäre dieser Partei das Leid von Menschen aus, um pauschal gegen Geflüchtete, Muslime und Menschen mit Migrationsgeschichte zu hetzen. Diese Form der politischen Instrumentalisierung ist zutiefst verabscheuungswürdig:

  • Ein Schlag ins Gesicht der Opfer: Die Menschen auf dem CSD demonstrierten für eine offene, freie und vielfältige Gesellschaft, also für Werte, die von der AfD seit jeher bekämpft werden. Das Schicksal der Betroffenen nun für rassistische Hetze zu missbrauchen, tritt ihre Würde mit Füßen.
  • Zwei Seiten derselben Medaille: Ob islamistische Gefährder oder rechtsextreme Hetzer, beide verfolgen letztlich dasselbe Ziel: Sie wollen Angst säen, das Miteinander zerstören und Unsicherheit schüren.

Der Migrationsbeirat lässt nicht zu, dass Rechtsextreme diesen Schmerz missbrauchen, um Keile in diese Stadt zu treiben. Wer das Leid von Opfern für Hassbotschaften ausnutzt, dem geht es nicht um Sicherheit, sondern um die Zersetzung der Demokratie.

Die Strategie von Extremisten jeglicher Couleur wird nicht aufgehen. Genau jetzt müsse noch enger zusammengestanden werden, appelliert der Migrationsbeirat. Die marginalisierten Gruppen, ob Menschen der queeren Community, Menschen mit Migrationsgeschichte oder religiöse Minderheiten, sollten sich nicht gegeneinander ausspielen lassen. Die Trennlinie verläuft nicht zwischen Herkünften, Religionen oder sexuellen Identitäten. Sie verläuft einzig und allein zwischen denjenigen, die für eine freie, sichere und demokratische Gesellschaft einstehen, und denjenigen, die diese vernichten wollen.

Vielfalt ist die Stärke der Stadt, Liebe siegt über Hass

Vielfalt ist kein Risiko, sondern der unschätzbare Mehrwert dieser Stadt. Doch diese Vielfalt kann nur blühen, wenn sich alle Menschen in Berlin sicher und frei bewegen können, unabhängig davon, wen sie lieben, wie sie aussehen oder woran sie glauben. Der Kampf gegen Queerfeindlichkeit, Rassismus und Fanatismus ist der gemeinsame Kampf jedes Einzelnen.

Der Migrationsbeirat ruft alle Bürgerinnen und Bürger sowie die Politik dazu auf, gemeinsam gegen jede Form von Extremismus, Hass und Hetze aufzustehen und für ein Berlin zu kämpfen, in dem Freiheit und Miteinander unverhandelbar sind.

Denn eines steht fest und bleibt unumstößlich: Die Liebe muss und wird immer die stärkere Kraft sein als der Hass.

Bezirksamt Reinickendorf

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