Gedenktafel erinnert an das Zwangsarbeiterlager auf dem Stolper Feld

Historisches Schwarz-Weiß-Foto: eine Reihe zweistöckiger Steinbauten mit Satteldach auf einer kahlen Fläche.
Eine Aufnahme aus der Zeit um 1950 zeigt die Baracken des ehemaligen Lagers. Bild: © Stadtarchiv Hennigsdorf

Mit einer neuen Gedenktafel erinnern der Bürgerverein in der Gartenstadt Frohnau e.V. und der Verein Vielfalt für das Stolper Feld e.V. an das ehemalige Zwangsarbeiterlager auf dem Stolper Feld auf dem Gebiet der Stadt Hohen Neuendorf unmittelbar an der Berliner Landesgrenze.

Die Einweihung der Gedenktafel findet am Samstag, dem 7. November 2026, um 11:00 Uhr am Mauerweg nördlich der Neubrücker Straße, ca. 300 Meter östlich der Einmündung der Alemannenstraße neben dem Dirt Park / BMX Übungsstrecke auf dem Stolper Feld statt.

Zu der Veranstaltung werden Vertreterinnen und Vertreter aus Berlin und Oberhavel sowie Institutionen der Erinnerungs- und Gedenkkultur erwartet. Im Rahmen der Einweihung sind Impulse der Projektgruppe und der Vereine sowie Grußworte aus Hohen Neuendorf und Reinickendorf vorgesehen.

Ein Luftbild aus dem Jahr 1953 zeigt das Gelände auf dem Stolper Feld an der Berliner Landesgrenze. Bild: © Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Berlin

Bis zu 1.000 Zwangsarbeiter auf dem Stolper Feld

Auf dem Gelände befand sich während der Zeit des Nationalsozialismus ein größerer Lagerkomplex. Ab 1942 wurde dort das sogenannte „Wohnlager XX Frohnau“ in Verantwortung der Stadt Berlin betrieben, in dem zeitweise bis zu 1.000 Zwangsarbeiter untergebracht waren. Die Menschen stammten zunächst überwiegend aus den von Deutschland besetzten Ländern Westeuropas. Sie mussten Zwangsarbeit in Betrieben, öffentlichen Einrichtungen und Privathaushalten in Berlin sowie in den umliegenden Gemeinden leisten.

Ab 1944 entstand zusätzlich ein Arbeitserziehungslager, in dem insbesondere aus Sicht des NS-Regimes als „widersetzlich“ eingestufte Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene unter erschwerten Bedingungen inhaftiert wurden.

Nach der Befreiung des Lagers durch die Rote Armee Ende April 1945 und einer anschließenden kurzzeitigen Nutzung durch französische Streitkräfte geriet die Geschichte des Lagers weitgehend in Vergessenheit. Die Gebäude, die später im Grenzgebiet zwischen der DDR und Berlin (West) lagen, wurden weitgehend beseitigt. Erhalten geblieben sind lediglich wenige Mauerreste und historische Wegeführungen auf dem heutigen Stolper Feld.

Von dem ehemaligen Lager sind auf dem Stolper Feld nur wenige Mauerreste erhalten geblieben. Bild: © Carsten Benke

Ein dauerhaft sichtbares Zeichen der Erinnerung

Die nun errichtete Gedenktafel soll an das Leid der Opfer erinnern und die historische Bedeutung des Ortes vermitteln. Sie ist Teil eines gemeinsamen Projekts des Bürgervereins in der Gartenstadt Frohnau e.V. und des Vereins Vielfalt für das Stolper Feld e.V.

Das Projekt knüpft an frühere Initiativen von Wolfram Sternbeck und Matthias Salchow sowie an Schulprojekte der Evangelischen Schule Frohnau an. Wesentliche Grundlagen für die historische Aufarbeitung und die Gestaltung der Tafel lieferten die Forschungen von L. Griebel.

Die beteiligten Vereine danken insbesondere Matthias Salchow, dem verstorbenen Wolfram Sternbeck und L. Griebel für ihre Beiträge zur Erforschung des Standorts. Unser Dank gilt außerdem den Stadtgütern Berlin und der Stadt Hohen Neuendorf für ihre Unterstützung.

Mit der Gedenktafel entsteht am historischen Ort erstmals ein dauerhaft sichtbares Zeichen der Erinnerung an die Menschen, die auf dem Stolper Feld unter den Bedingungen des nationalsozialistischen Zwangsarbeits- und Repressionssystems leben und arbeiten mussten.

Quellen:
Projektgruppe Erinnerungsort Zwangsarbeiterlager Frohnau / Stolper Feld
Bürgerverein in der Gartenstadt Frohnau e.V. und
Verein Vielfalt für das Stolper Feld e.V.

Infos zur Einweihung

Datum: Samstag, 7. November 2026, 11 Uhr
Ort: Erinnerungsort auf dem Stolper Feld (Hohen Neuendorf), Mauerweg nördlich der Neubrücker Straße, etwa 300 Meter östlich der Einmündung der Alemannenstraße, neben dem Dirt Park/BMX-Übungsstrecke (in Google Maps öffnen)
Veranstalter: Bürgerverein in der Gartenstadt Frohnau e.V. und Verein Vielfalt für das Stolper Feld e.V.
Kontakt: projektgruppe-zwangsarbeiterlager@buergerverein-frohnau.de

Permanentlink zu diesem Beitrag: https://die-dorfzeitung.de/gedenktafel-erinnert-an-das-zwangsarbeiterlager-auf-dem-stolper-feld/

Schreibe einen Kommentar

Deine Email-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Die mobile Version verlassen