Fehlende Bojen am Tegeler Flughafensee sollen schnell ersetzt werden

Vier Personen stehen nebeneinander auf einem Waldweg am Tegeler Flughafensee.
Alexander Ewers, Steffen Krach, Laurence Stroedter und Jörg Stroedter (von links) haben sich am Tegeler Flughafensee über die fehlende Bojenkette informiert. Bild: © Kán Lindner

Der SPD-Abgeordnete Jörg Stroedter setzt sich für eine umgehende Wiederherstellung der schützenden Bojenkette am Tegeler Flughafensee ein. Nach einem gemeinsamen Vor-Ort-Termin mit dem Berliner SPD-Spitzenkandidaten Steffen Krach, der stellvertretenden Kreisvorsitzenden der SPD Reinickendorf, Laurence Stroedter, sowie Vertretern des Naturschutzbundes Deutschland e.V. (NABU) schlägt Stroedter Alarm angesichts der akuten Gefährdung des dortigen Vogelschutzgebietes.

Seit 2016 fehlen die Markierungen

Das rund 26 Hektar große Reservat zählt zu den artenreichsten Gebieten Berlins und ist Brutstätte für stark gefährdete und seltene Vogelarten wie den Haubentaucher, den Drosselrohrsänger und die Zwergdommel, den kleinsten Reiher Europas. Das Kernproblem: Seit 2016 haben sich die Bojen-Befestigungen, die das Schutzgebiet eigentlich seeseitig markieren sollen, nach und nach aufgelöst. Weil klare optische Grenzen fehlen, dringen in den Sommermonaten immer wieder Schwimmer und Stand-up-Paddler aus Unwissenheit in die sensiblen Uferzonen ein und rauben den Vögeln den lebensnotwendigen Brut- und Rückzugsraum.

Zuständigkeitsstreit blockiert die Lösung

Obwohl der NABU seit 2018 immer wieder auf neue Bojen drängt, scheitert die Umsetzung bislang an einem jahrelangen Zuständigkeitsstreit zwischen dem Bezirksamt Reinickendorf und der Senatsumweltverwaltung. Die alten Bojen verrotten derweil am Strand.

Jörg Stroedter, Mitglied des Abgeordnetenhauses, findet hierfür deutliche Worte: „Die aktuelle Situation am Flughafensee ist schlichtweg inakzeptabel. Es kann nicht sein, dass sich ehrenamtliche Naturschützer jahrelang unermüdlich einsetzen und förmlich um simple Schutzmaßnahmen betteln müssen, während Senat und Bezirk die Zuständigkeiten hin- und herschieben. Es muss hier dringend eine schnelle und nachhaltige Verbesserung geben. Wäre die Bojenkette der Senatsumweltverwaltung und dem zuständigen Bezirksstadtrat in Reinickendorf wirklich wichtig, hätten sie schon längst gehandelt. Auch ein Bezirksverordneter und CDU-Wahlkreiskandidat tritt hierzu nur medienwirksam auf, ohne ein Ergebnis zu erzielen und das seit Jahren. Wir dürfen keine weitere Zeit durch scheinbare Forderungen und bürokratisches Pingpong verlieren. Es muss gehandelt werden, um diese einzigartige Berliner Natur zu schützen.“

Bojenkette soll vor der nächsten Saison stehen

Stroedter kündigt an, sich dafür einzusetzen, dass die nötigen Haushaltsmittel freigemacht werden und das Kompetenzgerangel beendet wird. Die zentrale Forderung der SPD-Delegation: Die Bojenkette zur seeseitigen Abgrenzung des Naturschutzgebietes muss zwingend und verlässlich vor Beginn der nächsten Sommersaison wiederhergestellt sein.

Jörg Stroedter, MdA
Stellvertretender Vorsitzender der SPD-Fraktion im Abgeordnetenhaus von Berlin

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