Berliner Mauerweg wird zwischen Reinickendorf und Pankow erneuert

Rot-weiße Orientierungstafel mit der Aufschrift Berliner Mauerweg und einer Karte des Streckenverlaufs an einem Mast, im Hintergrund ein schmaler Pfad durch eine Wiese mit Bäumen.
Orientierungstafeln mit einer Karte des Streckenverlaufs weisen den Besuchern den Weg entlang des Berliner Mauerwegs. Bild: © Konstantin Börner

In dieser Woche starten die Baumaßnahmen zur Ertüchtigung des Berliner Mauerwegs in zwei weiteren Abschnitten: Den Auftakt machte am 6. Oktober der Abschnitt in Wilhelmsruh, anschließend folgen die Arbeiten am Köppchensee an der Grenze zwischen Blankenfelde und Lübars. Die jeweils rund einen Kilometer langen Strecken werden aufgrund starker Schäden grundlegend überarbeitet.

Der Abschnitt am Köppchensee verläuft entlang des ehemaligen Kolonnenwegs im heutigen Bezirk Pankow. Weiter südlich führt der ebenfalls rund einen Kilometer lange Abschnitt entlang des ehemaligen Zollwegs der Alliierten nahe dem Bahnhof Wilhelmsruh. Der gesamte Erinnerungsweg erstreckt sich über rund 160 Kilometer und wird vom landeseigenen Unternehmen Grün Berlin für das Land Berlin verantwortet. Die Fertigstellung der beiden Teilstücke ist für das Frühjahr 2027 geplant.

Die Plangrafik zeigt den gesperrten Baustellenbereich im Teilprojekt Wilhelmsruh entlang der Bahngleise zwischen Heinz-Brandt-Straße und Lengeder Straße. Bild: © Grün Berlin

Neuer Belag, recycelter Asphalt

Um die Wege entlang der ehemaligen Grenze um das damalige West-Berlin langfristig gut begeh- und berollbar zu gestalten, erhalten die sanierungsbedürftigen Abschnitte einen neuen, langlebigen und verkehrssicheren Belag. Schäden durch Wurzelaufbrüche, mangelhaften Untergrund und altersbedingte Verschleißerscheinungen werden beseitigt. Vorab wird untersucht, ob das vorhandene Material Schadstoffe enthält oder technisch weiterverwendet werden kann. Ist dies möglich, wird der abgefräste Asphalt recycelt. Auch die Belange des Natur-, Arten- und Landschaftsschutzes wurden frühzeitig berücksichtigt.

Im Rahmen der Maßnahmen entstehen am Köppchensee außerdem fünf neue Sitzmöglichkeiten mit den für den Mauerweg typischen Bänken. Die besonders witterungsbeständig entwickelte Möbelfamilie besteht aus unbehandelten Eichenholzbalken aus der Region. Die Flächen um die Bänke bleiben unbefestigt, um zusätzliche Versiegelungen zu vermeiden. So kann Regenwasser weiterhin vor Ort versickern und der naturnahe Charakter des Standorts bleibt erhalten.

Ergänzend zur baulichen Aufwertung werden am Köppchensee eine und im Wilhelmsruher Abschnitt zwei Informationsstelen installiert. Sie vermitteln mit Fotos, historischen Daten, Zeitzeugenberichten und weiteren Hintergrundinformationen die Geschichte der deutschen Teilung und des ehemaligen Grenzverlaufs.

Die Plangrafik zeigt den gesperrten Baustellenbereich im Teilprojekt Köppchensee zwischen dem See und der Bahnhofstraße. Bild: © Grün Berlin

Mehr als die Hälfte der Teilstücke fertig

Den Auftakt der grundhaften Erneuerung des Mauerwegs bildete im Sommer 2022 das Streckenstück Lohmühlenbrücke bis zum Schlesischen Busch an der Puschkinallee, das im Sommer 2023 wieder an den Bezirk Treptow-Köpenick übergeben wurde. Seither wurden außerdem die Teilprojekte Grünzug am Buschgraben, Ruppiner Chaussee, Prinzessinnenstraße sowie die Beseitigung von mehreren kleineren Schadstellen abgeschlossen. Ebenfalls fertiggestellt sind die beiden zusammenhängenden Teilprojekte Jenbacher Weg sowie Japaneck/Lichterfelder Allee am südlichen Mauerweg. Mit insgesamt rund acht Kilometern bilden sie das längste zusammenhängende Wegestück innerhalb des Gesamtprojekts. Im September 2026 wurde die Teilstrecke am Hahneberg in Spandau fertiggestellt.

Über das Gesamtprojekt

Der Berliner Mauerweg ist ein Erinnerungsweg zur deutsch-deutschen Geschichte. Er führt entlang der ehemaligen Grenzanlagen rund um West-Berlin und erstreckt sich über 160 Kilometer auf Berliner und Brandenburger Gebiet. Ziel ist es, den ehemaligen Grenzraum mit seinen Relikten zu erhalten und dauerhaft für die öffentliche Nutzung zu sichern. Grundlage für die qualifizierende Ertüchtigung des Mauerwegs ist der Senatsbeschluss aus dem Januar 2019 „Gemeinsame Ertüchtigung des Berliner Mauerwegs“. Für die Ertüchtigung stehen bis 2028 insgesamt 12,39 Millionen Euro zur Verfügung. Die Finanzierung erfolgt zu 90 Prozent durch die Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW-Tourismus) und zu 10 Prozent durch die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt.

Quelle: Grün Berlin

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