200 Jahre Militärgeschichte in Reinickendorf: Lesung in der Humboldt-Bibliothek

Veranstaltungsplakat zur Lesung am 3. September in der Humboldt-Bibliothek mit Buchcover und Uniformärmel
Das Plakat zur Lesung zeigt den Ärmel einer Bundeswehruniform und das Cover des Buches „Wie das Militär den Norden Berlins für sich entdeckte“. Grafik: © Bezirksamt Reinickendorf

Wer heute durch Reinickendorf und den nördlichen Wedding fährt, ahnt kaum, dass hier fast 200 Jahre Militärgeschichte ihre Spuren hinterlassen haben. Wo heute Wohnquartiere entstehen, wurde einst geschossen, geforscht und Militärgeschichte geschrieben. Das Buch „Wie das Militär den Norden Berlins für sich entdeckte“ bringt dieses verborgene Kapitel nun ans Licht.

Am Donnerstag, dem 3. September um 19 Uhr, lädt die Humboldt-Bibliothek zur Lesung mit den Autoren Ernst Schüßling und Andreas von Studnitz ein. Nach einem Grußwort von Bezirksbürgermeisterin Emine Demirbüken-Wegner nehmen die Experten das Publikum mit auf eine Zeitreise: von den preußischen „Maikäfern“ und frühen Luftschiff-Versuchen in Tegel über die Wiederaufrüstung im Nationalsozialismus sowie die jahrzehntelange französische Präsenz im Quartier Napoléon nach 1945 bis hin zur heutigen Nutzung des Areals durch die Bundeswehr als Julius-Leber-Kaserne.

Quellen, Bilder und Pläne aus 200 Jahren

Anhand zahlreicher und wenig bekannter Quellen, Bilder und Pläne blicken sie weit über Truppenstandorte und Einheiten hinaus. Sie beleuchten politische Umbrüche, den Alltag von Soldaten und Zivilisten bis in die Gegenwart und gehen der Frage nach, wie das Militär diesen Teil Berlins geprägt hat und wie dessen Geschichte bis heute im Stadtbild sichtbar geblieben ist.

Ernst Schüßling war Personaloffizier beim Wachbataillon beim Bundesministerium der Verteidigung, dessen militärhistorische Sammlung er begründete. Im Ruhestand ist er als Hauptmann außer Dienst Geschäftsführer des Rohdichschen Legatenfonds, der unschuldig in Not geratene Soldaten und deren Familien unterstützt.

Andreas von Studnitz war als Oberst ständiger Vertreter des Stellvertretenden Kommandeurs des Landeskommandos Berlin und Kasernenkommandant der Julius-Leber-Kaserne. In Kooperation mit dem Alliiertenmuseum Berlin kuratierte er die dortige Dauerausstellung „49 Jahre französische Soldaten in Berlin“ sowie die Schau „Britische Streitkräfte in Berlin – Besatzer. Schutzmacht. Alliierte und Freunde“ in der Blücher-Kaserne in Kladow.

Weitere Informationen gibt es unter www.stadtbibliothek-reinickendorf.de.

Bezirksamt Reinickendorf

Infos zur Veranstaltung

Datum: Donnerstag, 3. September 2026, 19 Uhr
Ort: Humboldt-Bibliothek, Karolinenstraße 19, 13507 Berlin
Eintritt: frei
Telefon: 030 90294 5921
Internet: www.stadtbibliothek-reinickendorf.de

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