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Stauf´s Kolumne Mai 2016

Liebe Leser, es liegt gerade mal 24 Stunden her, dass meine Frau und ich das „Urlaubsparadies“ Kenia verlassen haben. Ich möchte Ihnen nicht von irgendwelchen Safaris berichten, sondern von einem ganz eigenartigen Gefühl, das mich die ganze Zeit während unseres Aufenthalts nicht losgelassen hat. Was machen wir Touristen eigentlich in Ländern der Dritten Welt?  Kenia gehört zweifellos dazu und wurde gerade mal vor 53 Jahren in die Unabhängigkeit entlassen.  Und wir wissen genau, wie sich die Briten als Kolonialherren dort und auch anderswo aufgeführt haben. Und nun kommen wir Weiße wieder ins Land, und was hat sich für die Schwarzen geändert? Sind wir nicht nach wie vor die Herren, die sich der Schwarzen bedienen? Zwar bezahlen wir mittlerweile dafür,  aber das mussten auch die Kolonialherren, um die Ausbeutung der Länder durch Ausnutzung der billigen Arbeitskraft am Laufen zu halten. Irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass wir die Menschen dort nach wie vor ausbeuten, auch wenn diese sich damit einverstanden erklären. Da der Tourismus eine der Haupteinnahmequellen Kenias ist, kann eigentlich von einer wirklichen Geschäftsbeziehung auf gleicher Augenhöhe nicht gesprochen werden. Aber fahren wir nicht mehr in die Dritte Welt, um uns dort verwöhnen zu lassen, weil wir vielleicht meinen, einen Grund zu haben, um uns zu schämen, hat das katastrophale Auswirkungen für die Menschen dort,  die von uns leben.  Wenn man durch Mombasa zum Flughafen fährt, kann man schon davon eine Vorstellung bekommen, was wäre, wenn keine Gelder ins Land fließen. Herzlichst IHR Ulrich Stauf

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