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Stauf´s Kolumne Dezember 2017

Lieber Leser, müssen wir uns nicht wegen unserer Politiker und Wirtschaftsbosse in Grund und Boden schämen, wie sie weltweit versuchen, ihre kapitalen Interessen durchzusetzen? Nur mal eines von vielen Beispielen: In Afrika wird in einigen Ländern die heimische Landwirtschaft deswegen in den Ruin getrieben, weil unsere Produkte dort viel billiger angeboten werden. Die Folge ist eine weitere Verarmung und Abhängigkeit der dortigen Bevölkerung, vom verursachten menschlichen Leid einmal ganz abgesehen. Wie passt das nur mit der „christlich-jüdischen“ Tradition des Abendlandes zusammen, auf die gebetsmühlenartig immer wieder hingewiesen wird? Lehrte nicht Jesus so etwas Ähnliches wie die Nächstenliebe? Tja, bei der Sorge, besser, bei der Raffgier um den eigenen Profit „vergisst“ man das alles ganz schnell und lässt dem Sprichwort zufolge „den lieben Gott einen guten alten Mann sein“. Und die Parteien mit dem „C“ am Anfang spielen in diesem Theater nicht nur lustig mit, sondern haben darin auch noch mit den Liberalen die Führungsrolle inne. Aber damit ist die Heuchelei in unserem Land noch nicht beendet: Um die katastrophalen Folgen der im Beispiel genannten Politik und Wirtschaft abzumildern, wird an die Nächstenliebe und Hilfsbereitschaft unserer Bevölkerung appelliert, natürlich ohne auf den Zusammenhang von Ursache und Wirkung hinzuweisen. Allen voran ließen und lassen sich namhafte Repräsentanten unseres Landes mit ihren Spendenaufrufen vor den Karren dieser Verfahrensweise spannen, anstatt Kraft ihrer Ämter zumindest einmal mahnende Worte in Richtung der Verantwortlichen von sich zu geben. Nein, bloß kein Streit, man war und ist sich oben ganz offensichtlich sehr einig. Das alles noch einmal in einem Satz zusammengefasst: „Die Bevölkerung wird unter Zuhilfenahme von maßgebenden Personen des öffentlichen Lebens unter dem Deckmantel der „christlichen Nächstenliebe“ dazu angehalten, mit eigenem sauer verdienten und versteuertem Geld für den Schaden aufkommen, den raffgierige Unternehmen in anderen Ländern angerichtet haben.“ Wie schäbig ist das eigentlich, uns alle so hinters Licht führen zu wollen? Ich habe das noch ein wenig anders gelernt, dass derjenige, der einen Schaden anrichtet, für die Beseitigung der Folgen aufkommen muss … .
Das Jahr neigt sich dem Ende entgegen. Sicherer ist diese Welt nicht geworden und besser auch nicht, ganz im Gegenteil und wir wissen alle, wem wir das im Endeffekt zu verdanken haben. Und so bleibt mir nur, den seit Jahren üblichen Schlusssatz der Dezemberkolumnen vom ganzen Herzen zu wiederholen: Ich wünsche Ihnen, liebe Leser, eine besinnliche Weihnachtszeit und ein gutes neues Jahr 2018. Bleiben Sie der Dorfzeitung und bleiben Sie mir gewogen.
Herzlichst IHR Ulrich Stauf

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