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Siedlerfest in der St. Joseph Kirche in Tegel

Auch viele Nachbarn, die nicht zur Kirchengemeinde gehören, waren an den Vorbereitungen beteiligt, so dass die Bezeichnung „Siedlerfest“ völlig berechtigt war. Bild: Kath. Pfarrei St. Klara
Auch viele Nachbarn, die nicht zur Kirchengemeinde gehören, waren an den Vorbereitungen beteiligt, so dass die Bezeichnung „Siedlerfest“ völlig berechtigt war. Bild: Kath. Pfarrei St. Klara

Fröhlich und harmonisch ging es am 1. Mai auf dem Gelände der St.-Joseph-Kirche in Tegel zu; Man feierte das Pfarrei- / Patronats- und Siedlerfest:

Siedlerfest: In den 1920er Jahren hatten hier am Waidmannsluster Damm in der Nähe zur Siedlung „Freie Scholle“ nun zahlreiche katholische Familien die St.-Joseph-Siedlung angelegt. Mitten drin war ein  großes Grundstück freigehalten worden, auf dem zwischen Liebfrauenweg und Bonifaziusstraße 1933 die St.-Joseph-Kirche eingeweiht werden konnte. 

Patronatsfest: Ihr Namensgeber und Patron, der heilige Joseph, wird als Zimmermann genannt und ist somit auch Patron der Arbeiter. Der 1. Mai, der Tag der Arbeit, wurde von der katholischen Kirche ihm gewidmet. In der Siedlung ist der Kettelerpfad nach dem katholischen Geistlichen Wilhelm Emmanuel von Ketteler benannt, der 1949/50 kurzzeitig in Berlin wirkte und sich dann von 1850-77 als Bischof von Mainz – „Arbeiterbischof“ – für die Rechte der Arbeiter einsetzte, was später Papst Leo XIII. zur ersten Sozialenzyklika veranlasste, worin er zum Beispiel das Streikrecht der Arbeiter befürwortete. 

Pfarreifest: Die St.-Joseph-Kirche gehört mit insgesamt sieben katholischen Kirchen zwischen Heiligensee und Reinickendorf-Ost mittlerweile zur Großpfarrei „St. Klara“ im Süden des Bezirks. Hier feiert man auch einmal im Jahr das Pfarreifest, das in diesem Jahr hiermit verbunden wurde.

So tummelten sich am 1. Mai Hunderte von Menschen aus der Umgebung und aus der Pfarrei auf dem Gelände. Um 11 begann man mit dem Festgottesdienst, für den sich Sängerinnen und Sänger aus den Chören der Kirchenmusiker Karolina Buras, Matthias Golla und Ulrich Wünschel zu einem Projekt-Chor vereint hatten, und auch viele Ministranten waren gekommen. Pfarrer Matthias Brühe  predigte darüber, dass oft kirchliche Feiertage weltlich gefeiert werden, dass wir nun aber einen weltlichen Feiertag auch mal für einen kirchlichen Zweck nutzen würden.

Danach ging es auf dem Gelände weiter: Natürlich durfte eine Hüpfburg für die Kinder nicht fehlen, die angegliederte Kindertagesstätte St. Joseph hatte einen Flohmarkt organisiert, und es gab eine Orgelführung und ein Offenes Singen. Auch eine Breakdance-Gruppe, die regelmäßig im Gemeindehaus übt, zeigte ihr Können. Und ein zur Gemeinde gehörender Musikproduzent hatte extra eine „Patronatsfest-Hymne“ geschaffen, die nun immer wieder erklang.

Auch viele Nachbarn, die nicht zur Kirchengemeinde gehören, waren an den Vorbereitungen beteiligt, so dass die Bezeichnung „Siedlerfest“ völlig berechtigt war. Und eine Familie, die 2023 zu den Initiatoren gehört hatte und die es als Diplomaten inzwischen nach Spanien geführt hatte, war extra wieder angereist, um sich das Fest nicht entgehen zu lassen.

Pfr. Matthias Brühe
Kath. Pfarrei St. Klara

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