Verkehrssenator Geisel lehnt Forderung nach barrierefreier Sechserbrücke ab

Nachdem sich im Frühjahr die Kiez-Initiative „I love Tegel“ um ihren Sprecher Felix Schönebeck gemeinsam mit dem Reinickendorfer CDU-Fraktionschef Stephan Schmidt für eine barrierefreie Sechserbrücke unter Wahrung des Denkmalschutzes stark gemacht hatte, hat Verkehrssenator Andreas Geisel (SPD) nun dem Vorhaben eine klare Absage erteilt. Im Rathaus Reinickendorf hatten sich die Kommunalpolitiker in der BVV einstimmig, über Parteigrenzen hinweg, für den Vorschlag ausgesprochen. Als Argument für die Absage nannte Geisels Staatssekretär Christian Gaebler (SPD) die nicht vorhandene Finanzierbarkeit des Projekts innerhalb der nächsten Jahre.

„Die im Grundgesetz und etlichen Bundesgesetzen verankerte Barrierefreiheit ist in der Realität noch lange nicht angekommen. Man betreibt hier Symbolpolitik zu Lasten derjenigen, die ohnehin schon in unserer Gesellschaft benachteiligt sind. Hier in Tegel wird es auch in den kommenden Jahren für Behinderte nicht möglich sein, die Sechserbrücke zu passieren. Auch für Eltern mit Kinderwagen ist es jedes Mal aufs Neue ein gefährliches Unterfangen. Es entsteht der Eindruck, dass die Idee bereits politisch vom Senat abgelehnt wurde, bevor überhaupt eine ordentliche Prüfung stattgefunden hat. Wir werden jetzt nicht den Kopf in den Sand stecken, sondern alles daran setzen, dass hier menschlich und gerecht verfahren wird. Barrierefreiheit sollte im 21. Jahrhundert in einer Weltmetropole Normalität sein“, ärgerte sich Felix Schönebeck.

Besonders im Hinblick auf den demografischen Wandel in Berlin bedeutet Barrierefreiheit für viele Menschen täglich ein Stück Lebensqualität. Aktuell sind 10% der Berlinerinnen und Berliner  zwingend auf die Barrierefreiheit im öffentlichen Raum angewiesen. Über ein Drittel der Menschen benötigt sie als Hilfe bei der Alltagsbewältigung. Dass der Senat auf seiner Webseite von der Entwicklung Berlins zu einer „Barrierefreien Stadt“ spricht, ist angesichts der Entscheidung des Verkehrssenators kaum ernst zu nehmen.

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