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Meike´s Meinung Dezember 2018

Echokammen dienen in Tonstudios der Erzeugung oder Verstärkung des Halls. Der Begriff wurde auf ein Phänomen in den sozialen Medien übertragen. Im kommunikativen Bereich beschreiben Echokammern eine Situation, in der Überzeugungen durch Mitteilung und Wiederholung innerhalb eines geschlossenen Systems vertieft oder gefestigt werden. Hier können Menschen Informationen finden, die ihre bestehenden Ansichten verstärken. Dadurch wird Polarisierung verstärkt und Kompromissbereitschaft eingeschränkt. Diskutiert wird die Echokammer als Gefahr für einseitige Meinungsbildung in den sozialen Medien. Aber auch im Alltag begegnen wir den Echokammern ständig. Jeder Stammtisch kann sich zu einer Echokammer entwickeln. Cliquen z. B. in Schulen können sich hochsteigern über einen Lehrer, der sei Scheisse, bis schliesslich böse Streiche gegen den Lehrer gerechtfertigt escheinen. In Betrieben können Kollegen sich zunehmend über die Ablehnung eines Mitarbeiters einigen, was Mobbing zur Folge hat. In den 68ern übertraf man sich an Argumenten gegen da Establishment und damit auch gegen die eigenen Eltern. Filme wie „easy rider“ brachten dann auch noch Gewalt ins Spiel – eine Zutat für die tragische Entwicklung der RAF. Auch in Familien haben Echokammern üble Auswirkungen. Die von immer wieder verstärkten Vorurteilen betroffenen Mitglieder leiden oft lebenslang darunter. Demokratie lebt von dem Austausch gegensätzlicher Interessen und Argumente. Die Wahrnehmung der eigenen Meinung widersprechender Argumente ist die Basis eines demokratischen Prozesses. Deshalb äußern Sie Ihre Meinung in der Dorfzeitung. Auch wenn es nur ein kleiner Tropfen auf einen heißen Stein ist, es ist ein Schritt in der richtigen Richtung. Meike

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