Hunderte Kinder und Eltern fordern sichere Schulwege

Ein Banner mit der Aufschrift Schulstraßen jetzt hängt an einem Gerüst, davor stehen Kinder und Erwachsene auf der Straße.
Ein Banner mit der Aufschrift „Schulstraßen jetzt“ und dem Motto #SelbstundSicher steht am Rand der Fichtestraße, davor haben sich Kinder und Erwachsene versammelt. Bild: © Mathias Adelhoefer

Am Donnerstag, 18. Juni morgens um sieben, tat sich etwas auf der Fichtestraße in Berlin-Hermsdorf und auf der Straße Am Freibad in Lübars.

Organisiert von den Mobilitätsgremien der Gustav-Dreyer-Schule und der Grundschule am Vierrutenberg, mit Unterstützung von „Changing Cities“ und dem „Netzwerk fahrradfreundliches Reinickendorf“ wurde es bunt am frühen Morgen. Die Schulgemeinschaften demonstrierten gemeinsam für mehr Schulwegsicherheit und die Einrichtung von Schulstraßen.

Straße vor den Schultoren eingenommen

Die Aktion war ein voller Erfolg: Mehrere hundert Kinder, Eltern und Lehrkräfte der beiden Grundschulen haben gemeinsam die Straße vor den Schultoren eingenommen und ein klares Zeichen für sichere Schulwege gesetzt. Unter dem Motto #selbstundsicher wurden schulnahe Straßenabschnitte zwischen 07:15 und 08:30 Uhr für den Autoverkehr gesperrt und in fröhlich-lebendige Schulstraßen verwandelt.

Auf der für den Autoverkehr gesperrten Fichtestraße haben sich Kinder und Eltern üzur Kundgebung versammelt. Bild: © Mathias Adelhoefer

Die Beteiligung übertraf alle Erwartungen: Familien, Pädagog*innen sowie Unterstützer*innen aus dem Bezirk nutzten die autofreie Zeit, um gemeinsam zu zeigen, wie Schulwege aussehen können, sicher, belebt und kindgerecht. Die Polizei sorgte für die reibungslose Sperrung der Straßenabschnitte an beiden Schulstandorten. Auch politisch war die Aktion sichtbar: Vertreter*innen von Bündnis 90/Die Grünen und der SPD waren vor Ort und bekundeten ihre Unterstützung.

„Diese Resonanz zeigt: Das Thema sichere Schulwege brennt den Menschen in Reinickendorf unter den Nägeln“, so die Organisatorinnen. „Wenn so viele Familien an einem Werktag früh morgens auf die Straße gehen, dann ist das ein unmissverständliches Signal an die Politik.“

Besonders die Kinder waren begeistert: „Wann machen wir das nächste Mal eine Schulstraße“, „Es wäre so schön, wenn die Straße immer für Autos gesperrt wäre.“ sind sich alle einig. „Gäbe es einen Radweg, würde ich gern mit dem Fahrrad zur Schule kommen!“

Breites Bündnis für sichere Schulwege

Die Aktion wurde von einem breiten zivilgesellschaftlichen und politischen Bündnis getragen. Neben den Schulgemeinschaften selbst waren Vertreter*innen von Omas for Future, Changing Cities, der ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club) sowie Vertreter des Bezirkselternausschuss (BEA) Reinickendorf beteiligt. Die gemeinsame Botschaft: Kinder haben ein Recht auf sichere, und vor allem selbstständige Mobilität, und die Politik ist in der Pflicht, dieses Recht endlich durchzusetzen.

Zwei Mädchen malen mit Kreide auf dem Pflaster der Fichtestraße während sich im Hintergrund Familien zur Kundgebung versammelt haben. Bild: © Mathias Adelhoefer

Forderung bleibt bestehen

Hintergrund der Aktion ist die bislang unzureichende Umsetzung des Berliner Mobilitätsgesetzes (§ 17a), das die jährliche Entschärfung von mindestens zehn Gefahrenstellen pro Bezirk vorschreibt. Die Schulgemeinschaften fordern den Bezirk Reinickendorf und den Berliner Senat auf, dieses Versprechen endlich einzulösen.

Die Aktion war ein Anfang, keine Antwort.

Mathias Adelhoefer
Sprecher Netzwerk fahrradfreundliches Reinickendorf

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