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Bundesminister Schmidt will kein Nachzuchtverbot für Delfine

Bundesminister Schmidt will kein Nachzuchtverbot für Delfine – PETA kritisiert Schlusslichtpolitik

 

Berlin / Stuttgart, 7. September 2017 – Delfine sind keine Zirkusclowns: PETA hat Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt Anfang August in einem Brief darum gebeten, Frankreichs vorbildlicher Entscheidung zu folgen und die Delfinzucht auch in Deutschland zu verbieten. Noch immer werden intelligente Meeressäuger im Nürnberger und Duisburger Zoo eingesperrt und als Zirkusclowns missbraucht. Die Antwort aus dem Ministerium macht wenig Hoffnung auf eine baldige Besserung für die Tiere: „Weitergehende Regelungen sind derzeit nicht geplant.“ Damit hinkt Deutschland nicht nur seinen französischen Nachbarn hinterher, die ein Zuchtverbot vor einigen Wochen bestätigt haben. Insgesamt halten noch 12 von 28 EU-Staaten, darunter die Bundesrepublik, Wale und Delfine gefangen.

„Die Nürnberger Delfine ertragen ihren tristen Alltag in kahlen Betonbecken nur mit Psychopharmaka“, so Dr. Tanja Breining, Meeresbiologin und Fachreferentin für Fische und Meerestiere bei PETA. „Minister Schmidt könnte die Gefangenschaft der Tiere beenden. Delfine sind ihrer selbst willen auf diesem Planeten und nicht zur Unterhaltung für den Menschen gemacht. Genauso wenig wie Frauen für Männer oder Schwarze für Weiße.“

EU-weit häufen sich die Proteste gegen Delfinarien. Kürzlich erst sprangen Aktivisten in ein Showbecken in Constanta in Rumänien. PETA unterstützt diese Aktion mit einem Aktionsausruf an die rumänischen Abgeordneten und fordert sie auf, für den Gesetzesentwurf von Remus Cernea zu stimmen: Demzufolge sollen Delfine Persönlichkeitsrechte zugestanden werden. 2016 schloss Finnland die Pforten seines letzten Delfinariums. In Indien sind die Meeressäuger bereits seit 2013 als nicht-menschliche Personen anerkannt mit dem Recht auf Leben und Freiheit. Auch das Baltimore National Aquarium in den USA gab 2016 bekannt, seine acht Delfine bis 2020 in eine Auffangstation überführen zu wollen.

Anfang der Woche leitete PETA 10.000 Unterschriften ihrer Online-Petition an Minister Schmidt weiter. Darin wird neben einem Nachzuchtverbot von Delfinen in deutschen Zoos auch gefordert, dass die Delfine in ein betreutes Meeresreservat überführt werden, wo sie ein artgerechteres Leben führen könnten. Als Auffangstation für die Delfine aus den Zoos in Nürnberg und Duisburg käme beispielsweise ein Reservat auf der griechischen Insel Lipsi in Frage.

Delfinen in Gefangenschaft wird alles genommen was ihr Leben in Freiheit ausmacht. Statt stundenlang zu jagen, tief zu tauchen, weit zu schwimmen, stundenlang zu schlafen und zu spielen, langweilen sie sich in engen kahlen Betonbecken oder müssen auf Kommando unnatürliche Kunststücke für zahlende Besucher aufführen. Wissenschaftler, wie die US-Hirnforscherin Lori Marino oder die Delfinforscherin Morgane Perri aus Frankreich, sind sich einig, dass die hochintelligenten Tiere in einem kahlen, maximal sieben Meter tiefen Zoobecken niemals artgerecht leben können.

Weitere Informationen:

PETA.de/Delfinarien

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